KATHERINE MANSFIELD

14. Oktober 1888 – 9. Jänner 1923

 

Schriftstellerin, Dichterin, Rezensentin

 

 

Katherine Mansfield (Kathleen Mansfield Beauchamp), wurde als drittes von sechs Kindern (fünf Schwestern, ein Bruder) von Annie Burnell Dyer und Harold Beauchamp in Wellington, Neuseeland geboren; ihr Vater war Mitinhaber einer Schiffsgesellschaft, später Direktor der Bank von Neuseeland und einer der reichsten Männer des Landes. Die frühe Kindheit verbrachte sie in Karori, damals ein Dorf in der Nähe von Wellington, heute eine Vorstadt, ging dort in die Grundschule und gewann bereits mit neun Jahren einen ersten Preis für ihren Aufsatz "A Sea Voyage". Danach besuchte sie gemeinsam mit ihren zwei älteren Schwestern Vera und Charlotte die Wellington Girls’ Highschool und die Privatschule von Miss Swainson (20 Fitzherbert Terrace, Thorndon, Wellington), gründete eine Schulzeitung und schrieb diverse Beiträge. Enge Beziehungen hatte sie zu ihrer Mitschülerin Maata Mahupuku (auch Martha Grace), einer Nachkommin von Maorihäuptlingen, und zu dem jungen, angehenden Cellisten Arnold Trowell (David in ihrer Erzählung "Juliet"), bei dessen Vater sie Cellostunden hatte, und mit dem sie über Jahre hinweg einen heimlichen Briefwechsel führte.

1903 begleitete die ganze Familie Katherine und ihre zwei Schwestern nach London, wo sie ein Studium am Queen’s College in der Harley Street 45 begannen und in dem angeschlossenen Internat wohnten. Gleich am ersten Tag lernte sie dort Ida Baker kennen, die ihr zur lebenslangen und treuen Gefährtin wurde. Beide wollten Künstlerinnen werden und entschieden sich für die Künstlernamen Katherine Mansfield und Leslie (nach Mansfields Bruder) Moore (von da an LM genannt). Während ihrer Collegezeit faszinierte sie ihr Deutschlehrer Walter Rippmann, der seine interessierten Schülerinnen zu literarischen Abenden einzuladen pflegte und ihnen das Gefühl von intellektueller Freiheit vermittelte. Oscar Wildes Satz "Treibe alles so weit es geht" sollte zu ihrem Lebensmotto werden.

Aber auch der Kontakt zu Maata und Trowell brach nicht ab: sie besuchte Arnold Trowell in Brüssel und traf ihn in London, wo er im April 1906 ein Konzert gab; im selben Jahr kam Maata, die in Paris Französisch und Gesang studierte, zu ihr auf Besuch nach London.

Kurz danach wurden Katherine und ihre Schwestern von den Eltern abgeholt und sie musste gegen ihren Willen - zu der Zeit träumte sie von einer Karriere als Cellistin - wieder nach Neuseeland zurück. Sie hatte Kontakt mit Maata, verliebte sich in die um neun Jahre ältere Malerin Edith Bendall, die sie nicht nur körperlich anbetete, sondern auch wegen ihrer Selbstständigkeit bewunderte. Gleichzeitig hegte sie immer noch Gefühle für Arnold Trowell und nahm - um ihm wenigstens musikalisch nahe zu sein - wieder Cellostunden bei seinem Vater. Sie war unglücklich in ihrer Heimat, fühlte sich in der provinziellen und traditionsbehafteten Gesellschaft als Außenseiterin und beschäftigte sich um so intensiver mit dem, was ihr Lebensinhalt werden sollte, dem Schreiben: es gelang ihr die Veröffentlichung von einigen Arbeiten ("Vignettes", "Silhouettes", "In a Café", "In The Botanical Garden") in der in Melbourne erscheinenden Monatszeitschrift The Native Companion. Später betonte E. J. Brady, Redakteur der Zeitschrift, dass er damit für Katherine Mansfield das Tor zur Öffentlichkeit aufgetan habe. Mit diesem ersten Erfolg konnte sie schließlich ihren Vater überzeugen, sie wieder nach England gehen zu lassen: er stattete sie mit 100 Pfund pro Jahr aus; im Juli 1908 verläßt sie ihre Heimat für immer und landete im August an Bord der "Papanui" in England. Von allen Zwängen und Konventionen befreit, tat sie nun das, was sie schon immer wollte: Leben, schreiben, lesen.

In London wohnte sie im Studentinnenheim Beauchamp Lodge nahe dem Regent's Canal - der viele Jahre dort lebende Dichter Robert Browning gab angeblich der Gegend den Name "Little Venice" - und genoss endlich ihre Freiheit. Da ihr die Unterkunft zu teuer war, übersiedelte sie kurzfristig zu der nun in London ansässigen Familie Trowell, verliebte sich in den neunzehnjährigen Garnet Trowell, den Zwillingsbruder von Arnold, ging wieder zurück in ihre Pension, nachdem seine Eltern das Verhältnis bemerkt hatten. Sie ließ sich von dem um elf Jahre älteren Chorwissenschaftler George Bowden umwerben und nahm schließlich - bereits schwanger von Garnet - Bowdens Heiratsantrag an. Unmittelbar nach der Hochzeit am 2. März 1909 verließ sie ihn und fuhr zu Garnet Trowell nach Glasgow. Mittlerweile war ihre Mutter auf dem Weg nach England und brachte ihre, wieder nach London zurückgekehrte Tochter - nach Gesprächen mit Bowden, der annahm, dass Katherine und Ida Baker ein Verhältnis hätten - nach Bad Wörishofen in Deutschland, wo sie für das nächste halbe Jahr blieb. Sie wechselte viermal das Hotel und erlitt Ende Juli eine Fehlgeburt, vermutlich beim Heben eines schweren Koffers. Im September verliebte sie sich in den polnischen Übersetzer Floryan Sobieniowski; die kurze Beziehung sollte für sie verhängnisvolle Folgen haben: er steckte sie mit Gonorrhöe an und die Auswirkungen der zu spät erkannten Krankheit führten zu einer lebenslangen Hinfälligkeit und schließlich zu ihrem frühen Tod. Ihre Erlebnisse, Beobachtungen und Erfahrungen in dem Kurort verarbeitete sie u. a. in den Erzählungen "Deutsche bei Tisch", "Das Luftbad", "Die moderne Seele" und in anderen Skizzen, welche 1911 in ihrem ersten Erzählband "In a German Pension" erschienen; der Band erhielt gute Kritiken und hatte mehrere Auflagen.

Zurück in London - das Reisegeld kam von Ida Baker - wohnte sie vorübergehend in einem Hotel, zog aber dann zu ihrem Ehemann Bowden, der ihre in Deutschland entstandenen Geschichten las und einen Kontakt zu Alfred Richard Orage herstellte, dem Herausgeber des links gerichteten, wöchentlichen Literatur-, Politik- und Kunstmagazins New Age. Orage konnte zwar nichts zahlen, machte sie aber durch die Veröffentlichung von "Das Kind-das-müde-war" (eine von ihr allerdings nicht ausgewiesene Tschechow-Nacherzählung bzw. -Übersetzung) und die regelmäßige Publikation ihrer Erzählungen bekannt: Zwischen 1910 und 1917 erschienen in der Zeitschrift an die vierzig Texte von ihr. Mit Orage und seiner Lebensgefährtin und Mitarbeiterin Beatrice Hastings verband sie eine enge Freundschaft.

Nach einer Eileiterentfernung und anschließender Bauchfellentzündung wurde sie von Ida Baker betreut; zur Genesung fuhren die beiden nach Rottingdean an der Küste von Sussex, wo Ida ein kleines Haus gemietet hatte. Ende Juli, kaum wieder hergestellt, ging Katherine Mansfield zurück nach London, ließ sich die Haare kurz schneiden, entwarf sich eine neue Garderobe, nahm ihr Gesellschaftsleben wieder auf und begann eine Beziehung mit dem Lehrer William Orton und seiner Freundin Edna Smith.

Von Jänner 1911 bis September 1912 lebte Katherine Mansfield in der Gray’s Inn Road, in einer Wohnung, wo sie endlich glücklich zu sein schien; Ida Baker, die für einige Monate zu ihrem Vater nach Rhodesien fuhr, überließ ihr das Verfügungsrecht über ihr Konto, und Katherine war wieder schwanger. Nach der Rückkehr von Baker im Herbst 1911 war von Schwangerschaft nicht mehr die Rede und das Konto von Ida Baker geleert. Währenddessen war ihre Familie zu Besuch in London und beeindruckt vom Erfolg ihrer Tochter - im New Age waren weitere sechs Erzählungen abgedruckt; besonders ihr Bruder Leslie, dem sie sehr nahe stand, war fasziniert von ihrem freien Leben und wollte in England zu Studium bleiben, was ihm seine Eltern aber nicht gestatteten.

Eine neue Erzählung, "Die Frau im Kaufladen", wurde von der 1911 gegründeten Kunst-, Musik- und Literaturzeitschrift Rhythm angenommen und im Frühjahr 1912 veröffentlicht. Sie lernte den Kritiker und Schriftsteller John Middleton Murry (1889–1957) kennen, damals Oxford Student, der für Rhythm arbeitete. Kurz nach ihrem ersten Treffen lud sie ihn ein, bei ihr als Untermieter zu wohnen und es begann eine Beziehung, die bis zu ihrem Lebensende dauern sollte - eine Beziehung, die allerdings mehr vom Getrenntsein als vom Zusammenleben geprägt war; verliebt fuhren die beiden nach Paris, wo sie den französischen Schriftsteller und Kunstkritiker Francis Carco, Korrespondent von Rhythm, und eine weitere Mitarbeiterin der Zeitschrift kennen lernte, die Malerin Anne E. Rice, mit der sie von Beginn an eine herzliche Freundschaft verband und von der sie in einem roten Kleid porträtiert wurde.

1912 ersuchte Katherine Mansfield ihren Verleger Stephen Swift bei Rhythm einzusteigen, was dieser auch tat; er zahlte Murry und ihr ein Herausgebergehalt und ermöglichte ihnen dadurch, ein Cottage in Runcan, in der Nähe von Chichester zu mieten. Allerdings flüchtete Swift kurz darauf ins Ausland, da es öffentlich wurde, dass er mit zwei Frauen verheiratet war und hinterließ einen Berg von Schulden. Katherine Mansfield verpfändete ihr jährliches Einkommen auf vier Jahre, das Cottage musste aufgegeben werden und das Paar konnte sich gerade noch einen kleine Wohnung in der Chancery Lane 57 leisten. Die folgenden Jahren waren geprägt von einem ständigen Wohnungswechsel aus den verschiedensten Gründen - zu teuer, zu klein, zu dunkel, zu ungesund - und von der Sehnsucht, endlich ihr Traum-Zuhause zu finden, das sie "Heron" (nach dem zweiten Vornamen ihres Bruders) nennen wollte.

Ein Hilferuf in der Pall Mall Gazette führte dazu, dass sich der Verleger Martin Secker bereit fand, Rhythm künftig zu drucken. Mansfield veröffentlichte darin eine Reihe ihrer Kurzgeschichten und ein paar Gedichte, die sie unter dem Pseudonym Boris Petrovsky schrieb und sich selbst als Übersetzerin aus dem Russischen ausgab. 1913 musste die Zeitschrift eingestellt werden, als Nachfolge erschien The Blue Review, mit Beiträgen von D. H. Lawrence, Gilbert Cannan, Rupert Brooke u. a., die allerdings nur drei Monate (Mai, Juni, Juli 1913) existierte. Mit Hilfe ihrer Freunde Beatrice und Gordon Campbell (später Baron Glenavy) mieteten Mansfield und Murry im März 1913 für ein paar Monate ein kleines Haus in Cholesbury (The Gables), in der Hoffnung, dass dies für Katherines Gesundheitszustand besser wäre; im Juli 1913 zogen sie jedoch wieder in eine kleine Wohnung in West Kensington, für die ihnen Ida Baker Möbel borgte. In dieser Zeit festigte sich die Freundschaft mit D. H. Lawrence und Frieda von Richthofen, die Paare verbrachten viel Zeit zusammen und Mansfield begann - angeregt durch die Lektüre von "Söhne und Liebhaber" - einen autobiografischen Roman ("Maata") zu entwerfen, der allerdings nie ausgeführt wurde. Ende 1913 zogen Mansfield und Murry nach Paris, Katherine war begeistert von der Stadt und von der Lektüre von Colette, Murry verzweifelt: Schulden und seine Arbeitssituation insgesamt bedrückten ihn. Als ihm schließlich die Stelle eines Kunstkritikers in der Westminster Gazette angeboten wurde, kehrten sie wieder nach London zurück. Mansfield fuhr nun mehrfach alleine nach Paris und hatte eine kurze Affäre mit Francis Carco.

Der Tod ihres Bruders Leslie im Oktober 1915 an der Front in Frankreich und ihr schlechter Gesundheitszustand, dessen Ursache man nicht kannte, lösten eine Serie von Kurzgeschichten aus, die auf ihre Kindheit in Neuseeland zurückgingen. Ende 1915 zog sie sich nach Bandol bei Marseille (Villa Pauline) zurück, in der Hoffnung, die Symptome ihrer nun feststehenden Tuberkoloseerkrankung zu mindern; "Aloe" entstand. Murry verbrachte dort auch einige Zeit, bis sie im April 1916 in eine Art Modellkommune nach Zennor in Cornwall zu dem nun verheirateten Paar Frieda und D. H. Lawrence zogen. Katherine Mansfield hielt es jedoch nur kurz aus und fuhr nach Garsington Manor zu Lady Ottoline Morrell, wo sie u. a. Bertrand Russell, den jungen Aldous Huxley und die Malerin Dorothy Brett kennenlernte, mit der sie bald eine enge Freundschaft verband; die Bekanntschaft mit den Woolfs, eine Art Freundschaft mit Virginia Woolf - die Murry eher ablehnend gegenüberstand - führte im Juli 1918 zur Veröffentlichung von "Prelude", der zweiten Publikation der Hogarth Press; "Prelude" war die überarbeitete und gekürzte Fassung von "The Aloe", dem nicht realisierten Romanprojekt. Insgesamt empfand Mansfield aber die Bloomsbury-Gruppe zu dünkelhaft und blasiert, und umgekehrt wurde sie als gewöhnlich, mit billigem Geschmack empfunden und von Virginia Woolf - wohl auch aus eifersüchtigen Motiven gegenüber ihrer Absolutheit sowohl im Leben als auch im Schreiben - bösartig als stinkende "Zibetkatze, die Gefallen am Herumstreunen gefunden hat" bezeichnet.

Am 3. Mai 1918 - nach der Scheidung von Bowden - heirateten Mansfield und Murry und bezogen eine Wohnung in Hampstead. Die restlichen Jahre ihres Lebens verbrachte sie mit Reisen und Schreiben, manchmal mit ihrem Mann, oft mit ihrer Freundin Ida Baker, auf der verzweifelten Suche nach einer erfolgreichen Kur oder - am Schluss - nach Linderung ihrer Schmerzen. Diese Jahre gehörten aber auch - bis auf die letzten Monate ihres Lebens - zu ihren produktivsten: sie arbeitete als Literaturkritikerin für die Zeitschrift Athenaeum, deren Herausgeber Murry seit 1919 war, veröffentlichte zwei weitere Erzählbände "Bliss" / "Glückseligkeit" (1920) und "The Garden Party" / "Das Gartenfest" (1922) und schrieb Kurzgeschichten, die in den nach ihrem Tod veröffentlichten Bänden "The Dove’s Nest" / "Das Taubennest" (1923) und "Something Childish and Other Stories" / "Etwas Kindliches" (1924) enthalten sind.

Nach einer Röntgentherapie in Paris, Aufenthalten in der Schweiz, wo sie in unmittelbarer Nähe ihrer Cousine Elizabeth von Arnim wohnte, und in Südfrankreich ging Katherine Mansfield schließlich im Oktober 1922 nach Avon bei Fontainbleau: im "Institut für die harmonische Entwicklung des Menschen" von George Ivanovich Gurdjieff, dessen Anhänger auch ihr alter Freund und Verleger Orage war, erwartete sie sich Hilfe; für sie, die Zeit ihres Lebens Esoterik und Mystizismus heftig ablehnte, war es der letzte, verzweifelte Schritt im Kampf gegen ihre Erkrankung. Am 9. Jänner 1923 erlitt sie einen Blutsturz und verlor diesen Kampf.

 

Virginia Woolf schrieb anlässlich ihres Todes, dass die Freundin der einzige Mensch gewesen sei, um dessen Schreiben sie je irgendwen beneidet habe: "Ich war eifersüchtig auf ihre Art zu schreiben - die Einzige, auf die ich je eifersüchtig war." Einerseits erleichtert, eine Rivalin weniger zu haben, stellte sie andererseits fest, dass ihr nun das Schreiben sinnlos vorkäme, da Katherine es nicht mehr lesen wird. Beide waren, jede auf ihre Weise, der Moderne verbunden und brachen mit alten Regeln. Woolf erzählte Vita Sackville-West, dass Katherine Mansfield über eine Eigenschaft verfügt habe, "die ich verehrte und brauchte; es war ihre Schärfe, glaube ich, und ihr Realitätssinn". Allerdings äußerte sie sich auch in einem Brief an Jacques Raverat ziemlich abfällig: bemerkenswertes Gespür für die Beschreibung von Gegenständen, aber schwach bei Gedanken, Gefühlen und Charakteren.

 

Katherine Mansfield war eine fanatische Leserin und Schreiberin, Lesen und Schreiben bedeuteten für sie Leben - sie schrieb und las überall und in jeder Situation. Ihre zahlreichen Texte prägten die Entwicklung der modernen Kurzgeschichte in England: ihre Geschichten sind sensibel beobachtete Alltagssituationen, beschreiben Menschen, meist Frauen, von jung bis alt, ihre Träume und Enttäuschungen, malen ein Bild der Natur und lassen oft den heftigen Wind spüren, der ein Teil ihrer Erinnerung an die Heimat Neuseeland ist. Die Fülle von Briefen, die sie in ihrem kurzen Leben schrieb, waren von hoher literarischer Qualität und unterschiedlich im Stil, angepasst an die EmpfängerInnen: von literarisch geistreich bis freundlich und ermutigend, oder auch nur alltägliche Dinge betreffend.

Sie selbst beschreibt das Schreiben als Handwerk, in dem Länge des Satzes, Klang des Satzes, Rhythmus jedes Absatzes dem jeweiligen Augenblick angepasst sind; ist ein Text "wirklich geglückt, ... dürfte kein einziges Wort an falscher Stelle stehen oder herausgenommen werden können."


Literatur- und Quellenverzeichnis:

J. Howard Woolmer: A Checklist of the Hogarth Press. 1917–1946. Woolmer/Brotherson Ltd., Revere, Pennsylvania 1986

Elizabeth Willson Gordon: Woolf's-head Publishing. The Highlights and New Lights of the Hogarth Press. University of Alberta Libraries, 2009

Virginia Woolf: Tagebücher 1, 1915–1919. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990

Virginia Woolf: Tagebücher 2, 1920–1924, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994

Lorna Sage: The Cambridge Guide to Women’s Writing in English. Cambridge University Press 1999

Joanne Shattock: The Oxford Guide to British Women Writers. Oxford University Press, Oxford 1994

Ed Glinert: A Literary Guide to London. Penguin Books, 2000

Roger Norburn: A Katherine Mansfield Chronology. Springer 2008

Apropos Katherine Mansfield. Mit einem Essay von Ingrid Mylo. Verlag Neue Kritik, Frankfurt am Main 1998

Ida Baker: Ein Leben für Katherine Mansfield. edition ebersbach, Dortmund 1996

Pietro Citati: Katherine Mansfield. Beschreibung eines Lebens. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1982

Ida Schöffling: Katherine Mansfield. Leben und Werk in Texten und Bildern. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1996

Claire Tomalin: Katherine Mansfield. Eine Lebensgeschichte. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1990

Katherine Mansfield: Sämtliche Werke. Alle Kurzgeschichten und Erzählungen. Haffmans Verlag bei Zweitausendeins, Frankfurt am Main 2009

Katherine Mansfield: Ausgewählte Werke. 2 Bände, Insel Verlag, 1981 Leipzig

Birgit Fromkorth (Hg.): Die Frau hinter der gelben Tapete. Ars vivendi, Cardolzburg 1995

Pamela Todd: Die Welt von Bloomsbury. Auf den Spuren von Virginia Woolf und ihren Freunden. Nicolai, Berlin 1999

Nigel Nicolson: Virginia Woolf. Claasen Verlag, München 2001

orlando.cambridge.org/public/svPeople?person_id=manska

www.modjourn.org (The Modernist Journals Project: Rhytm / The Blue Review)

www.mantex.co.uk/?s=Katherine+Mansfield

www.dustjackets.com/advSearchResults.php?authorField=Katherine+Mansfield&action=search

www.tumblr.com/search/katherine+mansfield

openlibrary.org/authors/OL65682A/Katherine_Mansfield

theinkbrain.wordpress.com/tag/new-zealand-writers/

www.katherinemansfield.org.uk/

www.findagrave.com/memorial/177536824/annie-burnell-beauchamp

teara.govt.nz/en/biographies/3m33/mahupuku-maata

www.rbkc.gov.uk/planningedm/img_planningappszarion/00002072.pdf


Veröffentlichungen über Katherine Mansfield (Auswahl):

Apropos Katherine Mansfield. Mit einem Essay von Ingrid Mylo. Verlag Neue Kritik, Frankfurt am Main 1998

Ida Baker: Ein Leben für Katherine Mansfield. edition ebersbach, Dortmund 1996

Pietro Citati: Katherine Mansfield. Beschreibung eines Lebens. Europäische Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1982

Kathleen Jones: Katherine Mansfield. The Story-Teller. The Book Mill, 2012

Ida Schöffling: Katherine Mansfield. Leben und Werk in Texten und Bildern. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1996

Martin Todd: Katherine Mansfield and the Bloomsbury Group. Bloomsbury, London 2017

Claire Tomalin: Katherine Mansfield. Eine Lebensgeschichte. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1990


Katherine Mansfield - Veröffentlichungen (Auswahl):

In a German Pension. Stephen Swift, London 1911 / Alfred A. Knopf, New York 1926

Prelude. Hogarth Press, Richmond 1918

Je ne parle pas français. Heron Press, Hampstead 1920

Bliss and Other Stories. Constable, London 1920

The Garden Party and Other Stories. Constable, London 1922

The Dove's Nest and Other Stories. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London / Alfred A. Knopf, New York 1923

Poems. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London 1923 / Alfred A. Knopf, New York 1924

Something Childish and Other Stories. (The Little Girl). Ed. by John Middleton Murry. Constable, London 1924

Journal of Katherine Mansfield 1914–1922. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London 1927

The Letters of Katherine Mansfield. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London 1928

Novels & Novelists. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London / Beacon Press, Boston 1930

The Aloe. Constable, London 1930

Stories by Katherine Mansfield. A Selection by J. Middleton Murry. Alfred A. Knopf, New York 1930

The Collected Stories of Katherine Mansfield. Ed. by John Middleton Murry. Constable, London 1945


Bildnachweis:

Beauchamp Familie um 1897: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3642&recordNum=13&t=items&q=Katherine+Mansfield&l=en

1898 in der Karori Grundschule: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3648&recordNum=19&t=items&q=Katherine+Mansfield&l=en

"Chesney Wold", Karori: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=7204&recordNum=6&t=pictorial&q=Karori&l=en

Maata Mahupuku um 1901: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=6196&l=en

Ida Baker 1908: Aus: Ida Baker: Ein Leben für Katherine Mansfield. edition ebersbach, Dortmund 1996, S. 43

Katherine Mansfield ca 1914: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3625&recordNum=130&t=items&q=Katherine+Mansfield&l=en

John Middleton Murry 1912: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3649&recordNum=20&t=items&q=Katherine+Mansfield&l=en

John Middleton Murry, Frieda und D. H. Lawrence 1914: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3650

Dorothy Brett and Katherine Mansfield, 1921: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=3638

Katherine Mansfield um 1920: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=27895

Schreibmaschine Corona: mp.natlib.govt.nz/detail/?id=37232

oben: die Beauchamp Familie um 1897; von links nach rechts: Charlotte, Harold, Leslie, Vera, Annie, Jeanne and Kathleen

Mitte: 1898 in der Karori Grundschule; von links nach rechts: Vera, Charlotte, Kathleen, Jeanne, Leslie

unten: "Chesney Wold", Haus der Beauchamp Familie in Karori

Maata Mahupuku, von Katherine auch Carlotta genannt, war eine enge Freundin seit der Schulzeit; sie schrieben sich Briefe und verfassten jeweils für die andere Tagebücher; 1916 schrieb Katherine Mansfield in Erinnerung an diese Freundschaft die Kurzgeschichte "Kezia and Tui", später arbeitete sie an einem Roman mit dem Titel "Maata", der jedoch nie erschien. Maata bedeutete für sie auch die Versinnbildlichung ihrer Heimat Neuseeland. Ida Baker, die Maata 1906 in London kennen gelernt hatte, war von ihrer Schönheit und ihrer Ausstrahlung fasziniert: "Sie war klein und zierlich, hatte funkelnde Augen und eine feine, golden schimmernde Haut."

Ida Baker war zwanzig Jahre, bis zu Katherine Mansfields Tod, enge Freundin, Vertraute und unentbehrliche -  zum Teil auch unbedankte -  Stütze und Hilfe; im hohen Alter schrieb sie mit Hife von Georgina d'Angelo und dem Verleger Peter Day ihre Erinnerungen an diese lebenslange Freundschaft.

Katherine Mansfield (um 1914) und John Middleton Murry (1912)

John Middleton Murry, Frieda und D. H. Lawrence, wahrscheinlich am 13. Juli 1914, dem Tag ihrer Hochzeit; Murry und Mansfield waren Trauzeugen und Frieda gab Katherine ihren Ehering aus erster Ehe, sie trug ihn bis zu ihrem Tod.

Dorothy Brett and Katherine Mansfield, 1921

Nach ihrem Cornwall Aufenthalt wohnte Katherine Mansfield 1916 mehrere Monate bei Dorothy Brett, die sich mit Dora Carrington in der Gower Street 3, Bloomsbury, eine Wohnung teilte.

Katherine Mansfield um 1920 und ihre Schreibmaschine Corona


Wohnorte in London:

Katherine Mansfield führte ein ruheloses Leben und wechselte oft ihre Wohnungen: aus Geldmangel, weil sie zu klein, zu finster  oder zu feucht waren, weil sie Probleme mit Murry hatte ... In nur fünf Jahren hatte sie über zwanzig verschiedene Anschriften,  einige sind im Folgenden angeführt:

Chelsea, 131 Cheyne Walk:

Im August 1910 bezog sie die Wohnung - mit Blick auf den Fluss - des Malers Henry Bishop, der für fünf Monate im Ausland war.

Bloomsbury, Elm Street / Gray Inn's Road, Churston Mansions:

1911/12 teilte sie sich am Rand von Bloomsbury eine Dachwohnung mit Ida Baker, die sie mit orientalischem Flair einrichtete - Bambusmatten, Kissen am Boden, ein kostbarer Buddha etc. 1912 zog Murry als Untermieter in die Wohnung ein.

Holborn, Chancery Lane:

Im November 1912 mieteten Mansfield und Murry kurzfristig eine Einzimmerwohnung und dann eine Dreizimmerwohnung (auf Nr. 57), in der auch die Redaktion von Rhythm untergebracht war.

West Kensington, Queen's Club Gardens, 8 Chaucer Mansions:

Im Juli 1913 bezogen Mansfield und Murry die komfortable Wohnung mit einem Gemeinschaftsgarten und Tennisplatz; für die Einrichtung sorgte Ida Baker, sie stellte ihnen Möbel ihrer Familie zur Verfügung.

Chelsea, 111 Arthur Street:

Juli 1914 bezogen Mansfield und Murry diese Wohnung und mussten feststellen, dass sie von Ungeziefer befallen war.

St. John's Wood, Acacia Road No. 5:

1915 zog sie in die große Reihenhaushälfte und gründete gemeinsam mit Lawrence und Murry das Literaturmagazin The Signature, in dem sie Beiträge unter dem Pseudonym Matilda Berry veröffentlichte. Die pazifistische Richtung der Zeitschrift trug nicht zum Erfolg bei: nach nur drei Nummern wurde sie eingestellt. Nach dem Fronttod ihres Bruders zog sie wieder aus, da das Haus sie zu sehr an die Besuche ihres Bruders erinnerte.

Bloomsbury, Gower Street 3:

1916 wohnten Mansfield und Murry einige Zeit bei Dorothy Brett und Dora Carrington.

Chelsea, Old Church Street No. 141a:

1917/18 lebte sie in dem Haus, das nur an einer Wand ein riesiges Fenster vom Boden bis zur Decke hatte; Mansfield nannte es das "my Thou-God-Seest-Me" Fenster. Einige Zeit wohnte auch Ida Baker bei ihr.

Chelsea, 47 Redcliffe Road:

Im April 1918 zog Mansfield zu Murry, wegen ihrer Krankheit suchten sie aber eine Unterkunft mit besseren Luftverhältnissen.

Hampstead, 17 East Heath Road / 2 Portland Vilas, No. 17:

1918 zogen sie wegen der gesunden Luft nach Hampstead, wo sie bis 1920 wohnten. Das Haus hatte graue Türen und Fensterläden und Mansfield nannte es "The Elephant". Murry gründete hier mit seinem Bruder The Heron Press: er veröffentlichte seine Gedichte und Mansfields Kurzgeschichte "Je ne parle pas francais", ein sehr seltenes Bändchen, das heute einige Tausend Pfund wert ist. 1969 wurde eine blaue Gedenktafel angebracht.


"Prelude" war die zweite Veröffentlichung der Hogarth Press und erschien in einer Auflage von 300 Stück. Das 86 Seiten umfassende Buch wurde praktisch in Handarbeit hergestellt: Virginia Woolf und die ehemalige Slade-Studentin Barbara Hiles setzten den Text (der Rekord für Virginia Woolf war eine Seite in einer Stunde und fünfzehn Minuten) und Leonard Woolf druckte es bei einem Akzidenzdrucker in Richmond (Prompt Press). Dabei passierte ein kleiner Fehler: teilweise wurde in der Kopfzeile der Titel "The Prelude" gesetzt. Ein vom schottischen Maler John Duncan Fergusson - Freund Katherine Mansfields und für die Abteilung Kunst in der Zeitschrift Rhythm verantwortlich - gezeichneter Frauenkopf mit Blättern und Blüten der Aloe war ursprünglich auf der vorderen und hinteren Seite des dunkelblauen Schutzumschlags, wurde aber nach wenigen Exemplaren wieder entfernt. Gewidmet war der Band ihrem Bruder und ihrem Mann: L.H.B. and J.M.M.


"Eine Geschichte von Mansfield zu lesen, ist, als öffne sich die Tür ins Leben anderer Leute" meinte Ingrid Mylo in ihrem ausführlichen Vorwort zu "Apropos Katherine Mansfield".  Das Buch enthält darüber hinaus eine der letzten Tagebucheintragungen von Katherine Mansfield und "Stimmen" von AutorInnen wie Stella Benson, Gillian Boddy,  Brigid Brophy, Katherine Mansfield, Ottoline Morrell, K. A. Porter, Hilde Spiel, Alice Villo-Lechner, William Wiser und Virgina Woolf sowie eine Richtigstellung ihres Vaters Harold Beauchamp über die finanzielle Unterstützung seiner Tochter.