KATHLEEN RAINE

14. Juni 1908 – 6. Juli 2003

 

Dichterin, Literatur- und Kulturwissenschaftlerin

 

 

Kathleen (Jessie) Raine war die Tochter und das einzige Kind von Jessie Wilkie und George Raine. Ihre Mutter kam aus einer schottischen Familie und wurde in der Grafschaft Cumberland, nahe der schottischen Grenze geboren; sie achtete darauf, ihrer Tochter die Musik, die Dichtung und das Brauchtum Schottlands nahe zu bringen und bewirkte dadurch, dass Kathleen eine enge Bindung an Schottland entwickelte. Ihr Vater stammte aus einer Bergarbeiterfamilie in Durham, war Mittelschullehrer und streng gläubiger Methodist; er fühlte sich von Jugend an für den Lehrberuf geschaffen und studierte am Armstrong College von Newcastle, wo er auch seine spätere Frau Jessie kennen lernte. Seine Liebe zur Natur, zum Ackerland und zu den Blumen der Küste gab er von Anfang an seiner Tochter weiter - er drückte dem neugeborenen Baby eine Rosenblüte in die Hand.

Kathleen Raine wurde in Ilford / Essex (6, Gordon Road) geboren und verbrachte die ersten Jahre ihres Lebens in idyllischer Umgebung. Sie besuchte Miss Hutchinson’s School in unmittelbarer Nähe ihres Wohnhauses (nun West View, 1, Hamilton Gardens) und anschließend die Highlands Elementary School. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges veränderte ihr Leben - nicht zum Schlechteren: die Eltern schickten sie nach Northumberland, wo ihrer Tante Margaret Black als Lehrerin eine wichtige Stellung im Dorf Bavington einnahm; obwohl das Leben im Pfarrhaus von Great Bavington sehr einfach war und Kathleen diverse Haushaltsaufgaben übernehmen musste, empfand sie das Dorf und seine Umgebung bald als ihre wirkliche Heimat. Neben dem Unterricht in der Dorfschule lernte sie durch ihre Tante die Schriften von Wordsworth, Keats, Scott und Milton sowie die schottischen Balladen kennen und war - als noch nicht 10-Jährige - überzeugt, dass sie Dichterin werden würde.

Ende des Krieges kehrte Kathleen nach Ilford zurück und fühlte sich - wie sie später sagte - im Exil; das Dorf ihrer Kindheit und seine ländliche Umgebung entwickelten sich zu einer Vorstadt Londons und sie vermisste die Berge und Gebirgsbäche von Northumberland. Sie besuchte die Ilford County High School, wo ihr Vater Latein, Französische und Englische Literatur unterrichtete, nahm am sportlichen Leben teil, sang im Schulchor, beteiligte sich am Debattierkurs und schrieb - mit zwölf Jahren - ihr erstes Gedicht: die Ballade über "King Alfred and the Cakes" wurde im Schulmagazin publiziert. Mit vierzehn verliebte sie sich in Roland Haye, einen Schüler ihres Vaters, der - obwohl auch aus einer strenggläubigen Familie stammend - weltoffener war und mit ihr von einer gemeinsamen Zukunft träumte; nachdem ihr extrem eifersüchtiger Vater von diesen Plänen erfuhr, verbot er jeden weiteren Umgang. In einem Bekannten ihrer Eltern, dem französischen Lehrer und Schriftsteller Germain d’Hangest, fand sie ihren nächsten, intellektuellen Schwarm; sie verbrachte mit ihren Eltern einen Urlaub in seinem Haus im bretonischen Fischerdorf Le Poldu und er eröffnete ihr in langen Gesprächen und Diskussionen eine neue, offene Sicht auf die Welt. Als er ihr jedoch bei ihrem nächsten Frankreichaufenthalt seine Liebe erklärte und die Absicht, seine Familie zu verlassen, kehrte sie desillusioniert nach Hause zurück. Mit Hilfe ihres Vaters begann sie sich auf die Aufnahme in Cambridge vorzubereiten und erhielt ein Stipendium am Girton College.

Am 9. Oktober 1926 kam sie nach Cambridge und damit in ein für sie völlig neues Umfeld: ihre Kleidung, ihr Auftreten und ihre gesellschaftlichen Erfahrungen passten nicht zum "modernen" Cambridge und sie arbeitete hart daran, so "schick" zu sein wie ihre Mitstudentinnen - für einen "Eton Crop" (Kurzhaarschnitt) opferte sie auch ihre üppigen Locken; ihre Schönheit erregte Aufsehen und brachte ihr eine Schar von Bewunderern ein.

Erstmals hatte Kathleen eigene Zimmer - am Anfang des Studiums zwei kleine, später größere mit Blick auf den Park -, in denen sie von niemanden gestört werden konnte; sie fühlte sich frei: ein Gefühl, das sie Zeit ihres Lebens zu erhalten suchte. Trotz ihrer Liebe zur Literatur belegte sie Naturwissenschaften, eine Entscheidung, die sich erklären lässt durch das von ihrem Lehrer in Ilford geweckte Interesse an Botanik und Biologie; sie verbrachte den Großteil ihres Studiums im Cavendish Laboratory und studierte in ihrem letzte Studienjahr noch zusätzlich Psychologie. Sie sang im Girton Chor, in der University Musical Society und in der Madrigal Society und war Teil der Theaterszene von Cambridge, in der Michael Redgrave, Alistair Cooke, Julian Trevelyan und James Mason aktiv waren. Trotz ihres naturwissenschaftlichen Studiums kam Kathleen in Kontakt mit den Studierenden und Lehrenden der literaturwissenschaftlichen Fächer; sie besuchte die für alle zugänglichen Vorlesungen von Ivor A. Richards, der als Begründer des Studiums der zeitgenössischen englischen Literatur gilt, und lernte u. a. Jacob Bronowski, William Empson, Hugh Sykes Davies, William Hare und Humphrey Jennings kennen, die das StudentInnenmagazin Experiment herausgaben. 1929 und 1930 wurden zwei ihrer Gedichte in Experiment abgedruckt, gemeinsam mit Elsie Phare zählte sie zu den einzigen Frauen, die in der Zeitschrift publiziert wurden; eine weiteres Gedicht erschien 1929 in The Girton Review. Mit William Empson verband sie eine lebenslange Freundschaft, Hugh Sykes Davies wurde ihr erster Ehemann. Treffpunkt für Kathleen Raine und ihren Freundeskreis war Roebuck House, das Naomi Mitchisons Bruder, der Naturwissenschaftler J. B. S. Haldane und seine Frau, die Journalistin und Schriftstellerin Charlotte Haldane gastfreundlich für StudentInnen und Lehrende aus allen Studienrichtungen öffneten: hier wurde endlos diskutiert, getrunken, Jazz gehört und getanzt.

Gegen Ende ihres Studiums stand Kathleen am Rande einer Depression: sie wollte nicht zurück nach Ilford und dort unterrichten - wie ihre Eltern es erwarteten -, sie wollte nur eines: Gedichte schreiben. In dieser Situation machte ihr Hugh Sykes Davies den Vorschlag, zu heiraten: er stammte ebenfalls aus einer puritanischen Methodistenfamilie, konnte sich aber davon lösen und führte ein sehr freies Leben; er studierte Literaturwissenschaften, unterrichtete später Altphilologie, war Mitglied der Apostel und stand als Schriftsteller dem Surrealismus nahe. Beiden schien diese Idee vernünftig: Kathleen musste nicht in ihr Elternhaus zurück und hatte durch die Heirat den finanziellen Background, sich dem Schreiben widmen zu können, Hugh bekam eine intelligente schöne junge Frau, die sich in der universitären Gesellschaft wohl fühlte. Am 26. August 1930 wurden sie in der Wesleyan Methodist Church in Ilford von Hughs Vater getraut. Ein halbes Jahr später erschienen vier ihrer Gedichte in dem von der Hogarth Press herausgegebenen Band "An Anthology of Cambridge Women’s Verse", in dem auch Margaret Diggle, Gwendolen Freeman, Jocelyne Gibson, Alethea Graham, Muriel Hardill, Morwenna Lyne, Helen Megaw, Elsie Phare, Frieda Picot, Margaret Thomas u. a. ihre Texte veröffentlichten.

1933 verliebte sich Kathleen Raine in den um vier Jahre jüngeren Dichter, Journalisten und Soziologen Charles Madge, verließ ihren Mann und zog mit Madge in eine kleine Wohnung am Londoner Upper Gloucester Place. Da beide mittellos waren, suchte Kathleen Raine Arbeit: Virginia Woolfs Neffe Julian Bell versuchte, ihr einen Job als Assistentin bei der Hogarth Press zu vermitteln, doch Virginia Wooolf traute ihr diese Arbeit nicht zu: "she’s the size of a robin and has the mind of a lovely snowball". Schließlich hielt sie sich mit schlecht bezahlten Arbeiten über Wasser wie den Verkauf von Seidenstrümpfen oder als Handelsvertreterin für Electrolux. Gleichzeitig begann sie an ihrer Autobiografie zu schreiben. Sie wurde schwanger und bekam im Juni 1934 ihre Tochter Anna; nach einem Urlaub in Cornwall, wo sie Verbena Cottage in St. Mawes mieteten, gingen Kathleen Raine und Charles Madge für einige Zeit nach Schweden. Bei ihrer Rückkehr nach London fanden sie eine geeignete Unterkunft in einer ruhigen Ecke von Blackheath und in der Nähe ihrer Freunde Humphrey und Cicely Jennings: 6 Grotes Building. Sie blieben in Kontakt mit ihren Freunden aus Cambridge, Kathleen schrieb weiter an ihrer Autobiografe und verfasste einige Gedichte, die sie - erfolglos - bei der Hogarth Press einreichte: Virginia Woolf hielt sie für interessant, aber nicht gut genug für einen gewinnbringenden Verkauf. Charles schrieb Gedichte und Buchrezensionen und fand durch T. S. Eliot Arbeit beim Daily Mirror, womit sich die finanzielle Situation der beiden verbesserte. Im September 1936 brachte Kathleen ihr zweites Kind zur Welt, ihren Sohn James. Sie erreichte schließlich ihre Scheidung von Hugh Sykes Davies und heiratete am 22. September 1937 Charles Madge. Da ihr Mann politisch tätig und viel unterwegs war, fühlte sich Kathleen Raine zunehmend eingeengt in ihrem Hausfrauendasein, isoliert vom aktiven Leben ihres Mannes und unfähig zu schreiben.

Sie verliebte sich in den Schotten Alistair MacDonald, verließ ihren Mann - der sich gleichzeitig in Inez, die Frau von Stephen Spender verliebt hatte - und zog mit den Kindern nach Lamberhurst in Kent, wo Stuart Legg, ein alter Freund aus Cambridge, mit seiner Familie lebte. Hin und her gerissen suchte sie schließlich Hilfe bei Virginia Woolfs Schwägerin, der Psychiaterin Karin Stephan. Es wurde ihr klar, dass sie ihr Leben selbst in die Hand nehmen musste und zu ihrer eigenen Vorstellung von Poesie finden musste, die von der Natur, von ihrer schottischen Abstammung und von der romantischen Dichtung geformt war. Nach Ausbruch des Zweiten Weltkrieges fand sie bei dem Dichter und Kritiker Michael Roberts und seiner Frau, der Kritikerin und Herausgeberin Jane Adam Smith, in ihrem Haus im Lake District (Penrith, Wordsworthstreet 49a) liebevolle Aufnahme und eine Umgebung, die auch Coleridge und Wordsworth inspiriert hatte. Sie entschloss sich, ein eigenes Heim zu suchen und fand schließlich in Martindale, am Westufer von Ullswater, ein Haus: das idyllische kleine Pfarrhaus, mit eigenem Garten und einem großen Lindenbaum. Trotz finanzieller Schwierigkeiten fühlte sie sich endlich frei und war glücklich, ihren Kinder die Landschaft und Natur ihrer Kindheit nahe bringen zu können. Und sie konnte wieder schreiben: einige dieser Gedichte wurden im Spectator und im Listener veröffentlicht, 1943 erschienen sie in dem Band "Stone and Flower".

1939 befreundete sie sich mit der Kunstsammlerin und Mäzenin Helen Christian Sutherland, deren oberhalb von Ullswater gelegenes Haus "Cockley Moor" ein Treffpunkt von KünstlerInnen und SchriftstellerInnen war; Helen Sutherland wurde für sie und ihre Kinder nicht nur eine gute Freundin, sondern unterstützte sie auch finanziell. Um Geld zu verdienen, beschloss Kathleen Raine 1941 nach London zurückzugehen, die Kinder ließ sie in der Obhut von Helen Sutherland; sie fand ein Zimmer in der Percy Street im Herzen des Künstlerviertels Fitzrovia und freundete sich mit Sonia Brownell an, der späteren Frau von George Orwell, die im selben Haus wohnte. In London arbeitete sie für verschiedene Ministerien - darunter auch das Secret Service, wo sie mit der Schriftstellerin Antonia White enge Freundschaft schloss; die Arbeit deprimierte sie und sie vermisste die Kinder und Martinsdale. Wieder durch Vermittlung von Helen Sutherland fand sie eine neue Unterkunft: 9 Paultons Square, Chelsea. Nach Kriegsende holte sie ihre Kinder zurück nach London und versuchte ein annähernd "normales" Familienleben zu führen. Sie begann an Studien über William Blake zu arbeiten, die ihr internationale Beachtung bringen sollten. Spät erkannte sie nun, dass ein Studium der Literaturwissenschaft für sie das richtige gewesen wäre. Ein weiterer Gedichtband erschien ("The Pythoness") und trug dazu bei, dass Kathleen Raine nun eine Rolle im literarischen London zu spielen begann.

Durch James Meary Tambimuttu, den Verleger ihrer Gedichte, lernte sie den Schotten Gavin Maxwell kennen: Tier- und Naturliebhaber, Schriftsteller, Maler und Hobby-Rennfahrer, der vor allem auch durch die Verfilmung seines Buches "Ring of Bright Water" (dt. Filmtitel: Mein Freund der Otter) bekannt wurde, in dem er über das Zusammenleben mit seinem Otter Mijbil schreibt. Obwohl Maxwell sie über seine Homosexualität nicht im Unklaren ließ, entstand zwischen den beiden eine intensive, aber auch komplizierte Beziehung: Kathleen empfand, dass durch ihn ihr bruchstückhaftes Leben zu einem Ganzen wurde, Gavin Maxwell sah in ihr die Frau, die ein Mann in seinem Leben braucht. Aber die Beziehungen Maxwells mit Männern bewirkten, dass Kathleen zunehmend besitzergreifender und anspruchsvoller wurde. Gleichzeitig suchte sie die Schuld bei sich, wenn seine egozentrische Launenhaftigkeit eskalierte. Ihr gemeinsamer Freund Elias Canetti versuchte, eine Vermittlerrolle einzunehmen, aber Kathleen musste schließlich erkennen, dass Gavin Maxwell sie nie so geliebt hatte wie sie ihn. Trotz aller Zwistigkeiten, Entfremdungen, Annäherungen und der Heirat Maxwells mit Lavinia Renton konnte sie sich bis zum Tod Maxwells, der 1969 an Krebs starb, nicht aus dieser Abhängigkeit lösen. Ruhe und Inspiration zum Schreiben fand Kathleen Raine in den ersten Jahren der Beziehung in Sandeig, an der Westküste Schottlands: dort hatte Gavin Maxwell ein kleines, einfaches Cottage, "Camusfeàrna", um das sie sich während seiner Auslandsreisen kümmerte. Ihre Freundin, die Malerin Winifred Nicholson, begleitete sie oft nach Sandaig und hielt den Zauber dieses einsamen Ortes in ihren Bilder fest.

Trotz privater Schwierigkeiten gelang es Kathleen Raine sowohl wissenschaftlich als auch dichterisch produktiv zu sein und wurde für ihre Veröffentlichungen anerkannt: von November 1951 bis Jänner 1952 machte sie auf Einladung von Malcolm Brinnin gemeinsam mit den Schriftstellerkollegen David Gascoyne und W. S. Graham eine Lesereise in die USA; sie besuchte New York, Washington und Harvard, traf W. H. Auden, Djuna Barnes, Marianne Moore, Saint-John Perse, Ezra Pound, Tennessee Williams und ihre alten Freunde Dorothy und I. A. Richards.

Nachdem sie 1955 ein Forschungsstipendium für Girton erhalten hatte und damit ihre finanziellen Sorgen los wurde, pendelte sie zwischen ihrer Londoner Wohnung am Paulton Square, Cambridge und Sandaig. Ihre Kinder waren inzwischen unabhängig geworden: Anna studierte in Girton und James am Trinity College. In Cambridge vertiefte sie ihre Studien zu Blake und Yeats und frischte ihre Freundschaft zu Edwin und Willa Muir auf. Nach Ende des Stipendiums 1961 verbrachte sie einige Zeit bei der mittlerweile verwitweten Willa Muir im Priory Cottage; als Willa Muir aus Altersgründen ihr Haus aufgeben musste, lebt sie einige Zeit in Kathleen Raines Haus in Chelsea (nun 47, Paultons Square). Das Haus wurde zum Treffpunkt und auch Heim für viele ihrer FreundInnen: MitbewohnerInnen waren u. a. das Malerehepaar Cecil und Elizabeth Collins, Raines enge Freundin, die Künstlerin Thethis Blacker und deren Schwester, die Japanologin Carmen Blacker, Winifred Nicholson und schließlich Kathleens alte Eltern, um die sie sich bis zu deren Tod kümmerte.

Auf Einladung der "A. W. Mellon Lectures in the Fine Art" fuhr sie im Frühjahr 1962 nach Washington und hielt an der National Gallery of Art eine Vorlesungsreihe über "Blake and Antiquity". Hier sah sie Saint-John Perse wieder, dessen Werk für Kathleen in der Tradition von Blake und Yeats stand und mit dem sie auch gemeinsame Interessen teilte: die Liebe zum Meer und zur Natur, Begeisterung am Wandern.

Weitere Reisen in diesen Jahren führten sie nach Italien, wo sie bei ihrem alten Freund Hubert Howard und dessen Frau Lelia Caetani in Ninfa außerhalb von Rom wohnte - für Kathleen ein Paradies auf Erden. Sie besuchte Frederica Dorothy Carrington, verheiratet mit dem surrealistischen Maler Sir Francis Rose, in Korsika und lebte einige Zeit im Haus von Philip Sherrad auf der griechischen Insel Euböa, wo sie nach langer Zeit Gavin Maxwell wieder sah, der seinen dort lebenden Bruder besuchte. Das Treffen verlief für Kathleen katastrophal, denn Gavin machte ihr ein für alle mal klar, dass von seiner Seite immer nur freundschaftliche Gefühle vorhanden gewesen waren und sie ihn mit ihrer Liebe erdrückt hatte.

Obwohl Kathleen Raine zahlreiche Publikationen vorweisen konnte, blieb ihre Kandidatur für eine Poetik-Professur in Oxford 1968 leider erfolglos. Mit ihrem Werk über Blake gehörte sie aber nun zu den führenden Blake-ExpertInnen und war finanziell abgesichert. Darüber hinaus beschäftigte sie sich intensiver mit Gerard Manley Hopkins und William Butler Yeats und hatte u. a. Vorlesungen an der London University.

Sie erhielt mehrere Auszeichnungen, darunter 1970 den Cholmondely Prize for Literature und zwei Jahre später den W. H. Smith Award; 1974 wurde ihr ein Ehren-Doktorat an der University of Leicester zuerkannt, zwei weitere folgten 1979 von Durham und 1987 von der Universität Caen in Frankreich.

1981 gab Kathleen Raine ihrem Leben eine neue Richtung: sie gründete gemeinsam mit Keith Critchlow (Experte für sakrale Architektur), Brian Keeble (Golgonooza Press) und Philip Sherrard (Experte für griechische Literatur) die Zeitschrift Temenos, die über zehn Jahre erschien und aus der 1990 die "Temenos Academy of Intergral Studies" in London hervorging; diese geisteswissenschaftlich ausgerichtete Privat-Akademie wurde vom Prince of Wales unterstützt und ließ in Diskussionen und Vorträgen WissenschaftlerInnen, ÖkologInnen sowie SchriftstellerInnen und KünstlerInnen aus Ost und West zu Wort kommen.

Im Jänner 1983 reiste Kathleen Raine in Begleitung ihrer Enkeltochter Sonia und ihrer Freundin Thetis Blacker nach Indien; sie hatte sich schon immer zum Mystizismus, zur indischen Literatur und Lebensweise hingezogen gefühlt und wollte nun das Land erleben. Eine ehemalige Studentin, Santosh Pall, hatte in Delhi die Yeats-Gesellschaft Indiens gegründet und sie gebeten, die Eröffnungsvorlesung zu halten. Der Besuch in Indien gab ihr das Gefühl, nach Hause zu kommen; sie besuchte Agra und den Taj Mahal, fuhr nach Benares und sah zahllose kulturelle Stätten im ganzen Land. In den folgenden Jahren fuhr sie mehrmals nach Indien zu den regelmäßig stattfindenden Yeats Konferenzen. Ihre autobiografische Reiseerzählung "Indian Seen Afar", die man auch als vierten Band ihrer Autobiografie sehen kann, zeigt die tiefe, geistige Verbundenheit zu diesem Land und seinen Menschen.

Kathleen Raine starb am 6. Juli 2003 im Alter von 95 Jahren im Londoner Chelsea and Westminster Hospital nachdem sie von einem Auto angefahren worden war. Ihre Asche wurde in den Hügeln bei Great Bavington verstreut.

Charles, Prince of Wales hielt im November 2003 eine Gedenkrede und schrieb einen Beitrag für "Lighting a Candle: Kathleen Raine and Temenos" (2008).

 

Obwohl Kathleen Raine bereits als Kind wusste, dass sie Dichterin werden möchte, erschien relativ spät ihr erstes Buch. Nach diversen Einzelveröffentlichungen von Gedichten in Zeitschriften und Sammelbänden kam 1943 "Stone and Flower" heraus, ein Band mit Gedichten, die sie in Martinsdale geschrieben hat. James Meary Tambimuttu (Tambi), ein poesiebegeisteter Ceylonese, veröffentlichte die von Barbara Hepworth illustrierten Gedichte in seiner Reihe "Poetry London" im Verlag Nicholson and Watson. Von der Presse positiv rezensiert sah etwa The Times Literary Supplement in dem Bändchen eine Quelle der Erfrischung in Zeiten der Dürre. Ihr zweiter Gedichtband "Living in Time" erschien im Jänner 1947 ebenfalls in dieser Reihe: gedruckt auf handgeschöpftem Papier, gestaltet von Eric Ravilious, einem bekannten Typographen, mit einem Holzschnitt von Oliver Simon am Umschlag. Diese Gedichte sowie die zwei Jahre später erschienene Sammlung "The Pythoness" zählten zu ihren besten; für "The Pyothness" erhielt sie den "Harriet Monroe Prize" und den "Edna St. Vincent Millay Prize".

Neben ihren Gedichten arbeitete sie auch an zwei Kinderbüchern: in "The Story of Three Water-Drops", ein von Francis Rose illustriertes Buch, versucht sie zu vermitteln, dass Weisheit bedeutet, zu wissen, dass man wenig weiß. Ihr zweites Kinderbuch "The World of Living Green", illustriert von Sidney Herbert, wandte sich an Kinder, die Pflanzen lieben und war unterteilt in zwei Kapitel: Pflanzen, die es wirklich gibt und Pflanzen, die in einer Fantasiewelt vorkommen.

1952 war Kathleen Raine als Dichterin angesehen: ihre vierte Sammlung von Gedichten "The Year One" war erschienen - sie hatte es Humphrey Jennings, ihrem alten Freund aus Cambridger Tagen gewidmet - und sie erhielt dafür den "Arts Council Poetry Prize" für das Jahr 1953; im Rahmen der Serie "Writers and their Work" hatte sie einen kurzen Text über Blake geschrieben, sozusagen als Vorausschau auf ihre umfangreichen Studien zu Blake; ein Text über Coleridge folgte. 1956 erschien eine - Gavin Maxwell gewidmete - Sammlung ihrer Gedichte ("Collected Poems"), mit der sie - laut Presse - ihren Platz unter den führenden, zeitgenössischen DichterInnen manifestierte.

Nach einer Pause erschien im November 1965 "The Hollow Hill and Other Poems": Das sechsteilige Titelgedicht - Willa Muir gewidmet - und die anderen Gedichte waren inspiriert von der gescheiterten Beziehung zu Gavin Maxwell, aber auch von der Beziehung zu ihrer Mutter; das gleiche gilt für "The Lost Country" (1971) und "On a Deserted Shore" (1973). Schwerpunkt der Gedichtsammlung "The Oval Portrait" (1977) war wiederum das Verhältnis zu ihrer Mutter, die mittlerweile verstorben war. Zu ihrem siebzigsten Geburtstag veröffentlichte Kathleen Raine fünfzehn Gedichte in Privatdruck, die sich mit dem Altern beschäftigen; ein 1980 erschienener Gedichtband, ihrer Tochter Anna gewidmet ("The Oracle in the Heart and Other Poems"), befasst sich mit den matriarchalen Wurzel der Poesie und zieht einen Kreis von ihrer Mutter zu ihrer Enkelin. Weitere Sammlungen von neuen Gedichten waren "The Presence" (1987) und "Living with Mystery" (1992), darüber hinaus erschien als letzte Gedichtsammlung 2000 "The Collected Poems of Kathleen Raine", ein Band, der ihren langen und eindrucksvollen Erfolg als Dichterin belegt.

Kathleen Raine begann schon früh mit autobiografischen Aufzeichnungen, aber erst 1972 erschien eine Sammlung von autobiografischen Essays, die sie während des Zweiten Weltkrieges geschrieben hatte: "Faces of Day and Night". Ein Jahr später publizierte sie den ersten Band ("Farewell Happy Fields") ihrer vielbeachteten dreibändigen Autobiografie; darin beschreibt sie ihre Kindheit, ihren Vater, den intellektuellen Pädagogen und im Gegensatz dazu ihre schottische Mutter, romantisch, empfindsam und der schottischen Kultur tief verbunden. "The Land Unknown" (1975) umfasst die Zeit ihres Studiums in Girton, den Drang, sich in Gedichten auszudrücken, ihre zwei Ehen, ihre FreundInnen und schließlich ihr Leben mit den zwei Kindern in London. Im letzten Band, "The Lion’s Mouth" (1977), steht ihre Liebe und schmerzliche Beziehung zu Gavin Maxwell im Mittelpunkt. Die drei Bände erschienen im November 1991 in dem Band "Autobiographies", Neuauflagen folgten 2002 und 2009.

Kathleen Raine machte sich auch einen Namen als Literaturwissenschaftlerin. Beschäftigte sie sich anfangs mit moderner, zeitgenössischer Dichtung - 1958 schrieb sie z. B. eine hervorragende Kritik zu Djuna Barnes’ "Antiphon" - , so wandte sie sich zunehmend den Romantikern und da vor allem William Blake und Y. B. Yeats zu. Unter ihren zahlreichen literaturwissenschaftlichen Texten zu Blake, Coleridge, Eliot, Hopkins, Wordsworth und Yeats ist vor allem ihr zweibändiges Werk über Symbolismus und Mythologie bei William Blake ("Blake and Tradition") hervorzuheben, das 1968 erschien und aus ihrer Vorlesung in Washington hervorgegangen ist; es brachte ihr höchste Anerkennung und gehörte zu den wichtigsten Büchern über Blakes Denken.

Im März 2017 erschien der Sammelband "That Wondrous Pattern", der um den zentralen Text "What is the Use of Poetry" eine neue Auswahl von Essays über Blake, Eliot, Hopkins, Wordsworth, Yeats  u. a. enthält. Kathleen Raines Kollege und Freund Wendell Berry schrieb das Vorwort, der Herausgeber Brian Keeble eine Einführung in ihr Werk.

 


Literatur - und Quellenverzeichnis:

J. Howard Woolmer: A Checklist of the Hogarth Press. 1917–1946. Woolmer/Brotherson Ltd., Revere, Pennsylvania 1986

Joanne Shattock: The Oxford Guide to British Women Writers. Oxford Paperbacks, 1994

Girton College Register 1869–1946. Cambridge 1948

Philippa Bernhard: No End to Snowdrops. A Biography of Kathleen Raine. Shepheard-Walwyn, London 2009

H. W. Drescher: Lexikon der englischen Literatur, Kröner Verlag, 1979

The Sickle Side of the Moon. The Letters of Virginia Woolf. Volume V: 1932–1935. The Hogarth Press, London 1979

Andrew Field: Djuna Barnes. Frankfurter Verlagsanstalt, Frankfurt am Main 1992

Douglas Botting: Gavin Maxwell. A Life. Eland Publishing, 2017

Kathleen Raine. In: Orlando Project (orlando.cambridge.org/)

en.wikipedia.org/wiki/Kathleen_Raine

en.wikipedia.org/wiki/Charles_Madge

www.temenosacademy.org/temenos_raine_life.html

it.wikipedia.org/wiki/Giardino_di_Ninfa

 

Bildnachweis:

Kathleen Raine als Zweijährige mit ihren Eltern / als Schulmädchen / mit Charles Madge / ihre Kinder Anna und James / mit James Meary Tambimuttu und Gavin Maxwell / mit Otter Mijbil. Alle in "Philippa Bernard: No End to Snowdrops. A Biography of Kathleen Raine". Shepheard-Walwyn, London 2009

Camusfeàrna: © Malcolm Neal, www.geograph.org.uk/more.php?id=6018161

Kathleen Raine 1991, Foto: Dmitri Smirnov: commons.wikimedia.org/wiki/File:Kathleen_Raine.jpg

Kathleen im Alter von zwei Jahren mit ihren Eltern Jessie und George Raine / Kathleen als Schulmädchen

Kathleen Raine mit ihren zweiten Ehemann Charles Madge / ihre Kinder Anna und James

James Meary Tambimuttu, Kathleen Raine, Gavin Maxwell

oben: Kathleen Raine mit ihrem Verleger James Meary Tambimuttu ("Tambi") und mit Gavin Maxwell

Mitte: Kathleen Raine mit Mijbil, dem Otter Maxwells, dessen Leben in "Ring of Bright Water" ("Mein Freund der Otter") verfilmt wurde / Maxwell mit seinem Otter

unten: Maxwells Haus Camusfeàrna in Sandeig an der Westküste Schottlands.

Camusfeàrna, Sandeig, Schottland
Kathleen Raine 1991

1992 erhielt Kathleen Raine die königliche Goldmedaille für Dichtung, die ihr den Platz unter den wichtigsten DichterInnen einräumte; mit zweiundneunzig Jahren wurde sie "Commander of the Order of the British Empire" (CBE) und in Frankreich "Comandeur de L'Ordre des Arts et des Lettres".



Autobiografien, biografische Essays und Biografie

Obwohl die autobiografischen Essays "Faces of Day and Night"  während des Zweiten Weltkrieges geschrieben wurden, erschienen sie erst 1972 und wurden von Kathleen Raine unverändert in den Druck gegeben.1973 veröffentlichte sie den ersten Band ihrer Autobiografien ("Farewell Happy Fields"), der ihre Kindheit und erste Jugendliebe schildert, 1975 folgten die Erinnerungen an die Studienzeit, an ihre Ehen und an das Aufwachsen ihrer Kinder ("The Land Unknown"); der dritte Band ("The Lion's Mouth", 1977) beinhaltet zum Großteil die komplizierte und schmerzvolle Beziehung zu Gavin Maxwell. Die drei Bände als Gesamtausgabe ("Autobiographies") wurden 1991 veröffentlicht.

Zu Ehren von Kathleen Raine erschien 2008 der Sammelband "Lighting a Candle. Kathleen Raine and Temenos", der Texte von ihr und Texte über sie enthält:  u. a. von  Wendell Berry, Thetis Blacker, Keith Critchlow, Wilson Harris, Jean Mambrino, John Michell, Francis Warner und Charles, Prince of Wales.

 In der Biografie "No End to Snowdrops" wirft Philippa Bernard einen verständnisvollen aber auch kritischen Blick auf das turbulente Leben von Kathleen Raine und auf ihr Werk, das sowohl in der Welt der Dichtung als auch in der Welt der Literaturwissenschaft einen wichtigen Platz einnimmt.


Kathleen Raine - Veröffentlichungen (Auswahl):

"Chloris Whenas I Woo". In: Experiment, No. 2, February 1929, Cambridge

"Hymn for the B. V. M.". In: Experiment, No. 3, May 1929, Cambridge

"Attalus". In: Experiment, No. 6, October 1930, Cambridge

"Chloris Whenas I Woo" / "Miserarum est ..." / "Portrait" / "Mad Song for Aphrodite". In: An Anthology of Cambridge Women’s Verse. Compiled by Margaret Thomas. Hogarth Living Poets, First Series, No 20, Hogarth Press, London 1931

Stone and Flower. Editions Poetry, Nicholson and Watson, London 1943

Living in Time. Editions Poetry, Nicholson and Watson, London 1946

The Story of Three Water Drops. Nicholson & Watson, London 1946

(als Kathleen Madge) The World of Living Green. Lutterworth Press, Cambridge 1947

The Pythoness and Other Poems. Hamish Hamilton, London 1949

Ed. and Introduction: The Letters of Samuel Taylor Coleridge. The Grey Walls Press, London 1950

William Blake. Writers and Their Work 12. Longman, London 1951

The Year One. Poems. Hamish Hamilton, London 1952

Coleridge. Writers and Their Work 43. Longman, London 1953

Collected Poems. Hamish Hamilton, London 1956

The Hollow Hill and Other Poems 1960–1964. Hamish Hamilton, London 1965

The Written Word. Enitharmon Press, London 1967

Defending Ancient Springs. Oxford University Press, 1967

Blake and Tradition. Princeton University Press, 1968 / Routledge & Kegan Paul, London 1969

Six Dreams and Other Poems. Enitharmon Press, London 1968

Selected Poems: Kathleen Raine and Vernon Watkins. Pergamon Press, Oxford 1968

Selected Poems: Charles Causley and Kathleen Raine. Longman, London 1969

Thomas Taylor the Platonist: Selected Writings. Ed. by Kathleen Raine and George Mills Haper. Routledge & Kegan Paul, London 1969

Selected Poems: David Gascoyne, W. S. Graham and Kathleen Raine. Penguin Modern Poets 17, Penguin, London 1970

William Blake. World of Art Library. Thames & Hudson, London 1970

The Lost Country. Dolmen Press, Dublin / Hamish Hamilton, London 1971

Faces of Day and Night. Enitharmon Press, London 1972

Collected Poems. Hamish Hamilton, London 1972

Yeats, the Tarot and the Golden Dawn. Dolmen Press, Dublin 1973

Farewell Happy Fields. Memories of Childhood. Hamish Hamilton, London 1973

On a Deserted Shore. A Sequence of Poems. Dolmen Press, Dublin / Hamish Hamilton, London 1973

David Jones: Solitary Perfectionist. Golgonooza Press, Ipswich 1974

A Place, A State. A Suite of Drawings by Julian Trevelyan, Commentary by Kathleen Raine. Enitharmon Press, London 1974

The Land Unknown. Hamish Hamilton, London 1975

The Inner Journey of the Poet. Golgonooza Press, Ipswich 1976

Blake and Antiquity. The A. W. Mellon Lectures in the Fine Arts 1962. Princeton University Press, Princeton, New Jersey 1977

The Lion’s Mouth. Hamish Hamilton, London 1977

The Oval Portrait and Other Poems. Enitharmon Press / Hamish Hamilton, London 1977

David Jones and the Actually Loved and Known. Golgonooza Press, Ipswich 1978

Fifteen Short Poems. Enitharmon Press, London 1978

From Blake to "A Vision". New Yeats Papers. Dolmen Press, Dublin 1979

Blake and The New Age. Allen & Unwin, London 1979

Cecil Collins, Painter of Paradise. Golgonooza Press, Ipswich 1979

What is Man? Golgonooza Press, Ipswich 1980

The Oracle in the Heart and Other Poems, 1975–1978. Dolmen Press, Dublin / Allen & Unwin, London 1980

Collected Poems, 1935–1980. Allen & Unwin, London 1981

The Human Face of God: William Blake and the Book of Job. Thames & Hudson, London 1982

The English Language and the Indian Spirit. Correspondence between Kathleen Raine and K. D. Sethna. Sri Aurobindo Ashram, Pondicherry 1986

Yeats the Initiate. Dolmen Press, Dublin 1986 / Allen & Unwin, London 1987

The Presence: Poems, 1984–1987. Golgonooza Press, Ipswich 1987

Selected Poems. 1943–1987. Golgonooza Press, Ipswich 1987

India Seen Afar. Green Books, Cambridge 1990

Autobiographies. Skoop Seriph, 1991, 2002 / Coracle Press 2009

Living with Mystery: Poems 1987–1991. Golgonooza Press, Ipswich 1992

Indian Poets and English Poetry. Correspondence between Kathleen Raine and K. D. Sethna. Sri Aurobindo Ashram, Pondicherry 1995

W. B. Yeats and the Learning of the Imagination. Golgonooza Press, Ipswich 1999

Visiting Ezra Pound. Enitharmon Press, London 1999

The Collected Poems. Ed. Brian Keeble. Golgonooza Press, Ipswich 2000

Defining the Times: Essays on Auden and Eliot. Enitharmon Press, London 2002

Lighting a Candle: Kathleen Raine and Temenos. Reflections, Memories, Tributes. By Kathleen Raine, The Prince of Wales, Wendell Berry u. a. Temenos Academy Papers, 2008

The Underlying Order and Other Essays. The Temenos Academy, London 2009

That Wondrous Pattern. Essays on Poetry and Poets. Introduction by Brian Keeble, Preface by Wendell Berry. Counterpoint, 2017

 

Kathleen Raine - Übersetzungen (Auswahl):

Honore De Balzac: Cousin Bette. Hamish Hamilton, London 1948

Honore De Balzac: Lost Illusions. John Lehmann, London 1951

 

Veröffentlichungen über Kathleen Raine (Auswahl):

Ralph J. Mills: Kathleen Raine. A Critical Essay. William B. Erdmans, Grand Rapids MI 1967

Philippa Bernhard: No End to Snowdrops. A Biography of Kathleen Raine. Shepheard-Walwyn, London 2009