RAY (RACHEL) STRACHEY

4. Juni 1887 - 16. Juli 1940

 

Frauenrechtlerin, Politikerin, Schriftstellerin, Malerin, Fotografin

 

 

Ray Strachey, geb. Rachel Conn Costelloe, kam in London zur Welt (40 Grosvenor Road) und war die Tochter von Mary und Benjamin Francis Conn (Frank) Costelloe. Frank Costello war schottisch-irischer Abstammung, hatte am Balliol College in Oxford studiert und war Rechtsanwalt und Reformpolitiker in London. Mary, geb. Whitall Smith, stammte aus einer reichen Quaker Familie in Pennyslvania, hatte in Harvard Kunstgeschichte studiert und war der Überzeugung, dass die höchsten Pflichten Freiheit und ein erfülltes Leben seien. Diesem Motto folgte sie auch, als sie 1892 ihre Familie verließ und Gefährtin, Mitarbeiterin und spätere Ehefrau des Kunsthistorikers Bernard Berenson wurde. Als Mary Berenson wurde sie sowohl durch ihre kunsthistorischen Studien als auch als Gastgeberin für internationale Kunst- und Gelehrtenkreise in der Berenson-Villa I Tatti nahe Florenz bekannt.

Ray und ihre 1989 geborene Schwester Karin - sie wurde Psychoanalytikerin und heiratete Virginia Woolfs Bruder Adrian - wuchsen bei bei ihren Vater auf und kamen nach dessen Tod 1899 in die Obhut ihrer Großmutter, der Frauenrechtlerin Hannah Whitall Smith; diese war 1888 mit ihrem Mann Robert Pearsall Smith, ihrer Tochter Alys - spätere erste Ehefrau von Bertrand Russell - und ihrem Sohn, dem Schriftsteller Logan Pearsall Smith nach der Hochzeit von Mary Costelloe nach London übersiedelt und hatten einen Landsitz (Friday's Hill House) bei Fernhurst/ Sussex.

Zur Hochzeit ihrer Mutter mit Bernard Berenson fuhren Ray und Karin nach Italien, sie verbrachten in den folgenden Jahren ihre Ferien bei den Berensons in Florenz; Bernard Berenson unterstütze die Schwestern auch finanziell sehr großzügig.

Ray besuchte die Kensington Highschool und studierte von 1905 bis 1908 am Newnham College Mathematik. Ihre beste Freundin während der Schul- und Studienzeit war Ellie Rendel (1885 - 1942), eine Nichte ihres zukünftigen Mannes Oliver Strachey und spätere Ärztin von Virginia Woolf. Gemeinsam engagierten sie sich in der Frauenwahlrechtsbewegung, Ray wurde Mitglied der Cambridge University Women's Suffrage Society und arbeitete für Millicent Garret Fawcett, Präsidentin der National Union of Women's Suffrage Societies. Nach dem Studium ging sie mit Ellie Rendel für ein Jahr in die USA und studierte am Bryn Mawr College in Philadelphia; beide begleiteten die amerikanische Bürgerrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Anna Howard Shaw bei einer Vortragsreise.

Technisch interessiert belegte Ray nach ihrer Rückkehr 1910 als erste Frau einen Kurs in Elektrotechnik an der Oxford University; sie war verrückt nach Autos und hatte bereits 1905 in Italien gelernt, Auto zu fahren.

Nach ihrer Rückkehr aus den USA lebte sie mit Ellie Rendel im Haus der Stracheys in Hampstead, bewegte sich im Bloomsbury Kreis - von ihrer Mutter ironisch "Gloomsbury" bezeichnet - und begann - beeinflusst von Lady Strachey und deren Tochter Pippa, aktiv für das Frauenwahlrecht einzutreten.

Bei einer Wochenendeinladung ihrer Tante Alys Russell im März 1911 lernte sie den gerade aus Indien zurückgekehrten Oliver Strachey kennen; Oliver, dessen Liebe der Musik galt, der aber erkennen musste, dass sein Talent für eine Kariere nicht ausreichte, arbeitete im Ersten und im Zweiten Weltkrieg als Kryptoanalytiker beim militärischen Nachrichtendienst. Kurz darauf heirateten die beiden Ende Mai in Cambridge, bei der Hochzeit waren nur Olivers älterer Bruder Lytton und Rays Schwester Karin anwesend. Im Oktober reisten sie, begleitet von Karin Costelloe, nach Indien, blieben dort bis Februar 1912 und besuchten auf der Rückreise Mary Berenson in I Tatti bei Florenz.

Ray Strachey wurde durch ihre Heirat Stiefmutter von Julia Strachey, Tochter aus Olivers erster Ehe (siehe Strachey, Julia), deren individuellen Lebensstil sie etwas kritisch gegenüber stand; sie bekam zwei Kinder: im Juli 1912 wurde Barbara geboren, im November 1916 Christopher. Barbara (später Halpern) besuchte Schulen in der Schweiz, in Wien und in Oxford, arbeitete bei der BBC, archivierte die Papiere der Familie und schrieb ihre Geschichte (z. B. "Remarkable Relations. The Story of the Pearsall Smith Women", 1982), Christopher wurde Informatiker und war Pionier in der Entwicklung von Programmiersprachen.

Nach ihrer Rückkehr aus Indien schrieben Ray und Oliver Strachey "Keigwin's Rebellion" und setzten sich gemeinsam für das Frauenwahlrecht ein; sie besuchten regelmäßig die Parties des Bloomsbury Kreises, bei denen sich allerdings Oliver wohler fühlte als Ray. Oliver lebte lieber in London (96 South Hill Park, Hampstead Heath), Ray zog das Landleben vor.

Während des Ersten Weltkrieges war Ray Vorsitzende des Women's Service Bureau for War Workers, in dem auch ihre Schwägerin Philippa (Pippa) Strachey mitarbeitete. Zwischen Ray und Pippa entwickelte sich eine intensive Beziehung im gemeinsamen Kampf für das Frauenwahlrecht und für die Beschäftigung von Frauen; Pippa - um fünfzehn Jahre älter als Ray - arbeitete lieber im Hintergrund und war mit ihrer Erfahrung unbezahlbar für Rays öffentliche Aktivitäten.

Im Juni 1918 hielt Ray einen Vortrag vor der Frauenkooperative, bei dem Virginia Woolf, die den Richmonder Zweig der Kooperative organisierte, anwesend war. Ray war mit Virginia und Leonard Woolf seit langem befreundet und Virginia schätzte sie auch, trotzdem waren ihre Tagebucheintragungen nach diesem Vortrag nicht die freundlichsten:

"Sie sieht nach zur Schau gestellter Moral aus, die entsteht, wenn man beständig Zeugnis für eine gute Sache ablegt. Sie ist schwerfälliger geworden, dogmatischer; sie gebärdet sich wie ein öffentlicher Redner & wie eine Frau, die das Land auf und ab bereist. Sie hält Reden in sämtlichen englischen Grafschaften. Was sie an weiblichen Charme hatte, hat sie verloren; sie wirkt reif. Aber sie ist aus gutem Holz geschnitzt; & und das kommt durch & gefällt mir, & L. mag sie mehr als die Bubiköpfe. ... R. neigt dazu, uns für einen Haufen begabter aber nutzloser Tunichtgute zu halten. Ihr Tagespensum gibt ihr eine gewisse Berechtigung, auf uns hinabzusehen; es wäre aber nicht fair zu behaupten, daß sie sich herablassend oder abwertend verhält. Sie macht einem nur ein anderes Ideal bewußt." (Virginia Woolf: Tagbücher 1, S. 254)

1920 erwarb Ray ein Grundstück bei Fernhurst/Sussex, wo sich auch das Anwesen ihrer Familie mütterlicherseits befand; sie errichtete in fünf Wochen, hauptsächlich mit Frauen, "Mud House", ein Lehmhaus mit fünf Zimmern und einem Reetdach, gestaltete den Garten, hielt Bienen, entwarf, mauerte und schreinerte.

Darüber hinaus war Ray eine begabte, produktive Malerin und Fotografin: um 1920 begann sie zu malen, neben zahlreichen Selbstporträts malte sie ihre Familie und ihren Freundeskreis: u. a. Alda von Anrep, Barbara Bagenal, Vanessa Bell, Bernard Berenson, Mary Berenson, Dorothy Bussy, Simon Bussy, Athena Clough, Roger Fry, Wolf Halpern, Molly McCarthy, Alys Whitall Russell, Dadie Rylands, Adrian Stephen, Karin Stephan, Mary Stocks, Alix Strachey, Barbara Strachey, Christopher Strachey, Joan Pernel Strachey, Julia Frances Strachey, Oliver Strachey, Stephen Tomlin, Geoffrey Webb, Virginia Woolf, Beryl de Zoete - insgesamt 73 Porträts; ihre Fotomappen sind in der National Portrait Gallery aufbewahrt.

Hauptinhalt ihres Lebens war jedoch ihr Einsatz für die Frauenrechte, für den freien Zugang von Frauen zu allen Berufen und gleiche Bezahlung; dafür hat sie sich seit ihrer Studentinnenzeit eingesetzt und bis zu ihrem Lebensende gewidmet. Sie bekleidete zahlreiche, meist ehrenamtliche Ämter und hielt Vorträge sowohl im Inland als auch bei Konferenzen im Ausland. Sie war u. a. Parlamentsbeauftragte der National Union of Women’s Suffrage Society (1915 - 1919), Vorsitzende der Beschäftigungs-Kommission der Londoner Society for Women's Suffrage bzw. Women's Service (1915 - 1922), Vorsitzende des Women's Service Bureau (1916 - 1934), unterstützte und arbeitete für die League of Nations, war erste Vorsitzende des Cambridge University Women's Employment Board (1930 - 1939); 1935 trug sie wesentlich zur Gründung der Women's Employment Federation bei und übernahm die Leitung; ihr Ziel war es, Frauen den Eintritt in ein erfolgreiches Arbeitsleben zu ermöglichen und somit durch finanzielle Unabhängigkeit eine politischen Emanzipation zu erreichen.

Kurzfristig arbeitete sie als politische Privatsekretärin von Viscountess Nancy Astor MP und kandidierte - leider erfolglos - 1918, 1922 und 1923 als unabhängige Parlamentskandidatin in Brentford und Chiswick gegen die Kandidaten der konservativen Unionist Coalition und der Labour Party.

Obwohl sie verschiedene politische Einstellungen hatten, entwickelte sich durch ihr Engagement für die Gleichstellung der Frau in den 30-er Jahren zwischen Ray Strachey und Mary Agnes Hamilton eine stabile Freundschaft; im September 1933 reisten sie über Venedig nach Griechenland, verbrachten vier Wochen in Athen, besuchten einige der Inseln und fuhren mit dem Auto durch das Land, wobei sie oft im Freien schliefen, wenn sie in einsamen Gegenden waren. Eine für 1937 geplante zweite Reise fand nicht statt, da Rays Mutter erkrankte und auch ihr Sohn.

 

Im Juli 1940 starb Ray Strachey nach einer schweren Operation im Londoner Royal Free Hospital an Herzversagen; kurz zuvor hatte sie noch zu ihrer Mutter gesagt, dass sie ein interessantes Leben genossen hat. Oliver Strachey war zum Zeitpunkt ihres Todes in Kanada, wo er seit 1939 im Auftrag des Kriegsministeriums in geheimer Mission arbeitete; er kehrte erst 1943 wieder nach England zurück.

 

Ray (Costelloe) Strachey veröffentlichte schon mit zwanzig Jahren ihr erstes Buch: 1907 erschien "The World of Eighteen", in dem sie eine Reise mit ihrer Mutter und ihrem Cousin Willie Taylor im Mai 1905 nach Siena schildert; Mary Berenson unterstützte - ohne das Wissen ihrer Tochter - finanziell die Publikation. Danach konzentrierte sich Ray auf biografische Texte über Aktivistinnen der Frauenbewegung, Frauen, die ihr Leben beeinflussten: 1912 erschien ihr Buch über die amerikanische Frauenrechtlerin Frances Willard, eine enge Freundin ihrer Großmutter Hannah Whitall Smith; zwei Jahre später würdigte sie auf sehr persönliche Art Leben und Werk ihrer Großmutter in "A Quaker Grandmother. Hannah Whitall Smith".

Gemeinsam mit ihrem Mann Oliver und vielleicht auch in der Hoffnung, dass sich für Oliver ein neuer Tätigkeitsbereich entwickeln könnte, schrieb sie eine kleine Studie zur indischen Geschichte: Keigwin's Rebellion", die 1916 erschien.

Nach einer mehrjährigen Pause erschienen 1923 und 1927 zwei historische Romane: "Marching On" und "Shaken by The Wind" sind im ländlichen Amerika angesiedelt, für letzteren - den kubistischen Schutzumschlag entwarf Edward McKnight Kauffer - verwendete sie teilweise Dokumente ihrer Großmutter über religiösen Fanatismus. Hannah Whitall hatte zwischen 1850 und 1880 verschiedene, fanatische amerikanische Sekten untersucht und dokumentiert; die Dokumente und eigene Recherchen stellte Ray Strachey in einen historischen Kontext und veröffentlichte 1928 "Religious Fanaticism. Extracts from the Papers of Hannah Whitall Smith".

Nachdem sie 1927 "Women's Suffrage and Women's Service. The History of the London and National Society for Women's Service" publiziert hatte, kam ein Jahr später ihr historisches Hauptwerk heraus: "The Cause. A Short Story of the Women's Movement in Great Britain" ist geprägt durch ihre persönlichen Erfahrungen in der Wahlrechtsbewegung und umfasst eine breite historische Zeitspanne - von Wollstonecraft bis in die 1920-er Jahre.

Im selben Jahr erschien auch die biografische Würdigung von Millicent Garrett Fawcett, zu der Ray eine enge Bindung hatte, die über die berufliche Zusammenarbeit hinausging.

Als ihr letztes Buch gab Ray 1936 "Our Freedom and ist Results by Five Women" heraus, das die rechtlichen, beruflichen und sozialen Veränderungen aufzeigt und die Leserinnen auffordert, sich für weitere Verbesserungen einzusetzen. Das fast 300 Seiten starke Buch erschien in der Hogarth Press, war in blaues, goldbedrucktes Leinen gebunden und hatte einen cremefarbenen, blaubedruckten Schutzumschlag, gestaltet von Richard Kennedy.

Ray Strachey war Herausgeberin der feministischen Zeitung The Common Cause und von 1920 bis 1923 Herausgeberin des Women’s Leader - Virginia Woolf schrieb dafür 1920 einen Artikel, der für das Verbot der Einfuhr von exotischen Tieren und Federn eintrat.

Neben ihren Publikationen schrieb Ray zahlreiche Beiträge u. a. für The Daily Mail, The Nation and Athenaeum, The Observer, The Spectator und hatte regelmäßige Sendungen bei BBC.

Darüber hinaus wurde sie bereits in der Kindheit von ihrer Großmutter angewiesen, täglich Briefe zu schreiben und tat dies auch bis zu ihrem Tod; u. a. hatte sie einen regen Briefwechsel mit ihrer Mutter und mit ihrer Schwägerin Dorothy Bussy (geb. Strachey).


Verwendete Literatur / Quellen:

J. Howard Woolmer: A Checklist of the Hogarth Press. 1917 - 1946. Woolmer/Brotherson Ltd., Revere, Pennsylvania 1986

Cheryl Law: Women. A Modern Political Dictionary. I. B. Tauris, London, New York 2000

Alan & Veronica Palmer: Who’s Who in Bloomsbury. The Harvester Press, Brighton 1987

Mary Spongberg, Barbara Caine, Ann Curthoys: Companion to Women's Historical Writing. Palgrave Macmillan, 2005

Quentin Bell: Virginia Woolf. Eine Biographie. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1978

Hermione Lee. Virginia Woolf. Ein Leben. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999

Leonard Woolf: Mein Leben mit Virginia. Erinnerungen. Büchergilde Gutenberg, Frankfurt am Main 1988

Virginia Woolf: Tagebücher 1, 1915 - 1919. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990

Virginia Woolf: Tagebücher 2, 1920 - 1924, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994

Virginia Woolf: Tagebücher 3, 1925 - 1930, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999

Brenda Wineapple: Schwester Bruder Gertrude und Leo Stein. Arche Verlag, Zürich 1998

Susan Brown, Patricia Clements, Isobel Grundy: The Orlando Project. orlando.cambridge.org (Suche: Ray Strachey)

en.wikipedia.org/wiki/Ray_Strachey

de.wikipedia.org/wiki/Hannah_Whitall_Smith

en.wikipedia.org/wiki/Karin_Stephen

de.wikipedia.org/wiki/Frances_Willard

de.wikipedia.org/wiki/Millicent_Garrett_Fawcett

dictionaryofarthistorians.org/berensonm.htm

www.modernistarchives.com/work/our-freedom-and-its-results-by-five-women-eleanor-f-rathbone-erna-reiss-ray-strachey-allison

www.fernhurstsociety.org.uk/fernhurst-village.html

historicengland.org.uk/research/inclusive-heritage/womens-history/visible-in-stone/architects-builders-garden-cities/

www.flickr.com/photos/lselibrary/

links: Frank Costelloe 1886 / Mitte: Mary Whitall Smith 1885 / rechts: Ray und Karin Costelloe 1896

© National Portrait Gallery, London

 

links: Bernard  und Mary Berenson in Fernhurst, 1891

rechts: I Tatti, das Anwesen der Berensons bei Florenz, um 1909

© National Portrait Gallery, London

Während ihres einjährigen Studienaufenthalts in Amerika begleiteten Ray (links) und Ellie Rendel (rechts) die amerikanische Bürgerrechtsaktivistin und Frauenrechtlerin Anna Howard Smith (Mitte) auf einer Vortragsreise durch das Land.

© National Portrait Gallery, London

Ray, hier mit ihrem Rover. Ein Auto zu fahren spielte eine große symbolische Rolle in der Emanzipationsbewegung: die jungen Frauen von 1919 durchbrachen die Konventionen, sie fuhren Autos, rauchten, machten Leichtathletik.

© National Portrait Gallery, London

links: Christopher, Barbara und Ray Strachey, 1922 (Elliott & Fry)

rechts: Oliver Strachey porträtiert von Ray Anfang der 30-er Jahre

© National Portrait Gallery, London

Rays Schwägerin Philippa (Pippa) Strachey, fotografiert von Ray, 1921 im Garten von Mud House, Friday's Hill.

 

© National Portrait Gallery, London

"Ray gleicht aufs Haar einer wunderschönen Tigerkatze, die, weil kastriert, riesenhaft geworden ist, sich nie bewegt. Sie sitzt da und lächelt mit ihren grünblauen Katzenaugen. Sie schickt uns, was mich eher beklommen macht, ihren neuen Roman." (Virginia Woolf: Tagebücher 2, 13.12.1924)

© National Portrait Gallery, London

links: Die Amerikanerin Frances Willard (1839 -1898) war Lehrerin, Frauenrechtlerin und Sozialreformerin; sie gründete 1879 Women's Christian Temperance Union und war deren Präsidentin.

Mitte: Hannah Whitall Smith (1832 - 1911), Großmutter von Ray, setzte sich für das Frauenwahlrecht und für die öffentliche Lehrtätigkeit von Frauen ein. Als Anhängerin der Heiligungsbewegung schrieb sie den Bestseller "Das Geheimnis eines glücklichen Christenlebens".

rechts: Millicent Garrett Fawcett (1847 - 1929) war eine der führenden Figuren der englischen - moderaten - Frauenbewegung. Von 1890 bis 1919 war sie Präsidentin der National Union of Women's Suffrage Societies (NUWSS) - 1918 wurde das Frauenwahlrecht in Großbritannien eingeführt.

Das 1936 von Ray Strachey in der Hogarth Press herausgegebene Buch enthält folgende Beiträge:

Eleanor F. Rathborne: Changes in Public Life / Erna Reiss: Changes in Law / Ray Strachey: Changes in Employment / Alison Neilans: Changes in Sex Morality / Mary Agnes Hamilton: Changes in Social Life

"Our Freedom and its Results" erschien in einer Auflage von 2.556 Exemplaren; das abgebildete Hogarth Press Logo stammte von Edward McKnight-Kauffer, der auch den Schutzumschlag für "Shaken by the Wind. A Story of Fanatiscm " entworfen hatte.


Ray Strachey - Veröffentlichungen (Auswahl):

(Ray Costelloe) The World of Eighteen. T. Fisher Unwin, London 1907

Frances Willard. Her Life and Work. T. Fisher Unwin, London 1912

A Quaker Grandmother. Hannah Whitall Smith. Fleming H. Revell Company, New York 1914

With Oliver Strachey: Keigwin's Rebellion (1683-4). An Episode in the History of Bombay. Oxford Historical and Literary Studies, Volume 6. Clarendon Press, Oxford 1916 (digitalisiert: archive.org)

Marching On. Jonathan Cape, London 1923

Women's Suffrage and Women's Service. The History of the London and National Society for Women's Service. London and National Society for Women's Service, 1927

Shaken by the Wind. A Story of Fanaticism. Faber and Gywer, London 1927

Ed.: Religious Fanaticism. Extracts from the Papers of Hannah Whitall Smith. Faber and Gwyer, London 1928

The Cause. A Short Story of the Women's Movement in Great Britain. G. Bell and Sons, London 1928 / Neuauflage mit einem Vorwort von Barbara Strachey, Virago Press, London 1978 / Kindle Edition 2016 by Endeavour Press Ltd.

Millicent Garrett Fawcett. J. Murray, London 1928

Careers and Openings for Women. A Survey of Women's Employment and a Guide for Those Seeking Work. Faber and Faber, London 1935

Ed.: Our Freedom and its Results by Five Women. Eleanor F. Rathbone, Erna Reiss, Ray Strachey, Allison Neilans, Mary Agnes Hamilton. Hogarth Press, London 1936

"Changes in Employment". In: Our Freedom and its Results, s.o.