NANCY CUNARD

10. März 1896 – 16. März 1965

 

Verlegerin, Schriftstellerin und Dichterin, politische Aktivistin

 

 

Nancy Clara Cunard war die Tochter von Lady Emerald Cunard, geborene Maud Alice Burke, und Sir Bache Cunard, Enkel des Gründers der Cunard-Line. Ihre Mutter war halb irisch-amerikanischer und halb französischer Abstammung und erreichte durch ihre Heirat mit dem um über zwanzig Jahre älteren Bache Cunard den ersehnten Aufstieg in die Aristokratie; sie machte das aus dem 13. Jahrhundert stammende Schloss der Cunards, Nevill Holt Hall in Leicestershire, zum Treffpunkt von KünstlerInnen und der High Society, im Gegensatz dazu zog sich ihr Vater zurück und widmete sich seinen Lieblingstätigkeiten, dem Golfspiel, der Jagd und der Herstellung von Objekten aus Gold, Silber und Schmiedeeisen.

Ein Jahr nach der Hochzeit kam Nancy Clara Cunard in Nevill Holt Hall zur Welt; ihre Mutter, die eigentlich nie ein Kind wollte, überließ sie nach der Geburt Kinderschwestern, Gouvernanten und einem Stab von vierzig Bediensteten. Das Kind hatte wenig Kontakt zu den Eltern und fand erst im Freund ihrer Mutter, dem irischen Dichter George Moore, einen Menschen, der sich um sie kümmerte, ihr die Schönheit von Sprache, Literatur, Kunst und Natur zeigte und der Zeit seines Lebens ihr Vertrauter und auch Kritiker war.  Angeblich war Nancy Cunard seine Tochter. Eine zweite Bezugsperson war ihre erste Gouvernante, deren plötzliches Verschwinden nach zwei Jahren in Nancy für lange Zeit Verlustängste hervorrief und derer sie in ihrem Gedicht "Sublunary" gedachte. Die darauf folgende Gouvernante - ehemalige Lehrerin von Vita Sackville-West - erwartete strengste Disziplin und bestrafte jedes Vergehen. Nancy war ein einsames Kind: ihre Eltern sah sie wenig, und wenn, dann wurde sie ihnen in Kleidern, die sie hasste, präsentiert; Kinder zum Spielen fand sie nur in ihren Cousins Edward und Gordon, die auch ihre Freunde fürs Leben blieben;  ihre Cousinen Riette und Jean sah sie selten, da beide vor der herrischen Gouvernante Angst hatten. Die wenigen Reisen, die sie mit ihren Eltern gemeinsam in die Hauptstädte Europas unternahm, erweckten in ihr ein lebenslanges Interesse für Kunst; die Welt der Literatur wurde ihr eröffnet von George Moore - bereits als Vierzehnjährige standen u. a. Corneille, Daudet, Dickens, Moliere, Schiller, Scott, Shakespeare und Shelley auf ihrer Leseliste.

1911 trennte sich Lady Cunard von ihrem Mann und übersiedelte mit ihrer Tochter nach London. Auch George Moore kehrte nach London zurück, nicht wissend, dass seine Geliebte mittlerweile mit dem Komponisten Thomas Beecham befreundet war - eine Beziehung, die dreißig Jahre dauern sollte. In London gründete Lady Cunard einen Salon, der erfolgreich mit den Salons von Ottoline Morell oder Sybil Colefax konkurrieren konnte und versammelte Menschen aus der Politik, aus dem Adel, aus Kunst, Musik und Literatur um sich, wie die Churchils, die Baldwins, die Simpsons, die Mountbattens, Lady Diana und Duff Cooper, den Prince of Wales sowie Yeats, Pound, Shaw, Maugham Evelyn Waugh u. a.

Nancy Cunard besuchte Miss Woolf’s Nobelschule für Mädchen, wurde von ihren Lehrern wegen ihrer Intelligenz und Freundlichkeit gelobt, gewann auch einige Preise, war aber vom Unterricht gelangweilt und hatte Sehnsucht nach Nevill Holt und ihrem Vater. Sie wollte Musik und Sprachen studieren und ging 1913 nach München, wo sie mit einer Gouvernante bei einer Familie lebte und erstmals so etwas wie Freiheit verspürte. Im kommenden Jahr wurde sie aber zur Schule der Demoiselles Ozanne nach Paris geschickt, eine Schule, die sie nach ihren Studien in München als kindisch empfand, bis auf die Stunden bei Professor Bellesort, der Skandinavische und Russische Literatur lehrte.

Nach der Rückkehr aus Paris konzentrierte sich ihre Mutter darauf, sie in die Gesellschaft einzuführen und standesgemäß zu verheiraten - am besten mit dem Prinzen von Wales (der auch oft ihr Tanzpartner war und sie verehrte, den sie aber "boring" fand). Tanzabende wurden geplant, Nancy mit Ballkleidern, Pelzen, Hüten und Kleidern für jede Gelegenheit ausgestattet, Bälle veranstaltet und sie bei einer königlichen Gartenparty bei Hof vorgestellt. Nancy war zu einer Schönheit herangewachsen: sie war groß, sehr schlank, hatte eine aschblonde Löwenmähne, einen makellosen Teint und scharfgeschnittene Gesichtszüge; ihre Augen hatten die Farbe des Meeres, hellblau bis türkis und ihre Stimme war unverwechselbar. Obwohl sie anfangs noch pflichtbewusst an den gesellschaftlichen Ereignissen teilnahm, deprimierten sie diese zunehmend und sie begann, ihre eigenen Wege zu gehen. Sie schloss sich der Clique der um drei Jahre älteren Lady Diana Manners an, die sich "Corrupt Coterie" nannte: höfliche Rebellen, die sich gegen gesellschaftliche Konventionen auflehnten, nächtelange Feste feierten, im Mondlicht nackt badeten, Stücke schrieben und spielten.

Auch zu einer Freundin aus ihrer Jugend nahm sie wieder Kontakt auf: die schöne und intelligente Iris Tree studierte Malerei an der Slade School und liebte so wie Nancy die Literatur. Die beiden mieteten sich ein Studio am Fitzroy Square, nahe Bloomsbury und Slade, schrieben Gedichte, tranken, rauchten, luden ihre Verehrer zu Festen ein und bildeten ihre eigene "Corrupt Coterie" mit KünstlerInnen und SchriftstellerInnen. Sie trotzten den Konventionen und hatten zahlreiche Affären, die von der Klatschpresse breitgetreten wurden. Die Freundinnen trugen Kleider aus dem Omega Workshop und Nancy Cunard entwickelte ihren eigenen Stil: Schlauchkleider, Pelze von Raubkatzen, breite Armreifen aus Horn und Elfenbein, ein stark geschminktes weißes Gesicht und schwarz umrandete Augen wurden ihre Markenzeichen; damit erregte sie Aufsehen in der Gesellschaft und löste sich aus dem Schatten Lady Cunards.

Ein weiterer Schritt der Loslösung war im November 1916 - zum Ärger ihrer Mutter - die Heirat mit dem australischen Offizier Sydney Fairbairn, dessen Hauptinteresse Sport war und der für ihre Ambitionen zum Schreiben nur wenig Verständnis zeigte; nach zwei Jahren einigte man sich auf eine räumliche Trennung, 1925 erfolgte die Scheidung.

Das vom Österreicher Rudolf Stulik gegründete Londoner Restaurant Eiffel Tower in der Percy Street, welches in den 1890ern von Augustus John entdeckt worden war und sich zu einem Treffpunkt der - nicht unbemittelten - Kunst- und Literaturszene entwickelt hatte, wurde Nancy Cunards Stammlokal; hier diskutierte sie über Literatur, Malerei, Musik - den neuen "Negro Jazz" - und Politik, schloss Freundschaften und Beziehungen. Zu ihrem Freundeskreis gehörten u. a. Michael Arlen, Marie Beerbohm, Marjorie Craigie, Frank Dodson, Tommy Earp, Jacop Epstein, Ronald Firbank, Alvaro "Chile" Guevara, Nina Hamnett, Aldous Huxley, Augustus John, Wyndham Lewis, Robert McAlmon, Curtis Moffat, Robert Nichols, Evan Morgan, die Geschwister Sitwell, Lytton Strachey, Edward Wyndham Tennant. Ihre Liebesaffären mit Arlen und Huxley fanden auch Eingang in deren Schreiben: Arlen verarbeitete in seinem Roman "The Green Hat" (dt. "Der grüne Hut", Ullstein 1927) schamlos eine private Tragödie Nancy Cunards - eine Curetage, Gebärmutterentfernung, Blinddarmentzündung und Wundbrand kosteten ihr 1921 fast das Leben; Huxley nahm sie zum Vorbild für Myra Viveash in "Antic Hay" (dt. "Narrenreigen"), einer Satire über die Dekadenz und Unsicherheit der 1920-er Jahre, und für die reiche, unabhängige und sexuell freizügige Lucy Tantamount in "Point Counter Point" (dt. "Kontrapunkt des Lebens").

Neben zahlreichen, nie sehr lange dauernden Beziehungen, verliebte sie sich 1921 in Ezra Pound, den sie bereits aus ihrer Zeit in Nevill Holt kannte und der ihr die frühen Imaginisten nahegebracht hatte; sie bewunderte seinen Einsatz für eine bessere Literatur und deren Interpreten und liebte sein Aussehen - wellige rote Haare, grüne Katzenaugen, seine exzentrische Art der Kleidung (schwarzweiß-karierte Hose, schwarzer Hut, schwarzes Cape, gelbe Lederhandschuhe, Spazierstock) - in den "Cantos" verewigte Pound seine Gefühle zu Nancy. Eine kurze, heftige Beziehung zu T. S Eliot scheiterte an beider Verschiedenheit: er zog sich vor ihrer unumwundenen Art der Sexualität zurück, sie distanzierte sich von seinen aristokratischen Neigungen und rassistischen Einstellungen.

Auch die Beziehung zu dem Maler und Schriftsteller Wyndham Lewis scheiterte schließlich an menschlichen Schwächen: Lewis war Gründer des Rebel Art Center und des Magazins Blast, dem auch Nancy angehörte; es verband sie ihr gemeinsames Interesse an zeitgenössischer Philosophie und Nancy bewunderte sowohl sein Talent, seine Intelligenz als auch sein Aussehen und seine Exzentrik: er bevorzugte auch schwarze Kleidung und aß jeden Tag das exakt gleiche Menü. Bald musste sie aber realisieren, dass er genusssüchtig, manipulativ und extrem eifersüchtig war und sich Frauen gegenüber sehr verächtlich verhielt; darüber hinaus betrog er sie mit ihren besten Freundinnen, Iris Tree und Sybil Hart-Davies. Als positive Erinnerungen an diese Beziehung blieben eine Skizze von Nancy in Venedig und einige frühe kubistische Porträts.

1920 war Nancy Cunard nach Paris übersiedelt, wo sie sich wie neugeboren fühlte und ihr Zuhause fand. Sie bewohnte eine Wohnung auf der Ile St. Louis (Rue Regrattier 2), befreundete sich mit Janet Flanner und Solita Solano und teilte mit ihnen die von ihrer Mutter geschickten Kleidungspakete. Die Bekanntschaft mit SchriftstellerInnen und KünstlerInnen brachte sie den Imaginisten und Surrealisten nahe, deren idealen Frauenbild sie entsprach. Sie ging eine Beziehung mit Louis Aragon ein, dessen egozentrischer Narzissmus dem ihren glich, der aber bald überfordert war: ihre Unbeständigkeit, ihre zahllosen Affären und nicht zuletzt die Diskrepanz ihrer beider finanziellen Situation führten schließlich 1928 zu einem Selbstmordversuch Aragons und zum Ende der Beziehung; Aragon fand noch im selben Jahr seine Lebenspartnerin, die Schriftstellerin Elsa Triolet, blieb aber Nancy Cunard bis zu ihrem Tod freundschaftlich verbunden. Enge Freundschaften schloss sie auch mit Tristan Tzara, er schrieb für sie das Dada-Stück "Das Wolkentaschentuch", und mit dem schottischen Schriftsteller Norman Douglas, den sie 1954 in "Grand Man" würdigte.

Mit dem Tod ihres Vaters Sir Bache Cunard im Jahr 1925, dessen Haupterbin Nancy Cunard war, hatte für sie ein neuer Lebensabschnitt begonnen; reich und unabhängig, inspiriert von Leonard und Virginia Woolf, erfüllte sie sich einen langgehegten Wunsch: die Herstellung von Büchern. Zur Warnung der Woolfs, sie würde immer Tintenfinger haben, meinte sie später, dass dies weder abschreckend noch wahr sei, denn Benzin reinige sowohl die Hände als auch die Lettern. Sie kaufte 1927 "Le Puits Carré", ein Bauernhaus in La Chapelle-Réanville in der Normandie, erlernte das Druckerhandwerk, erwarb eine alte Handpresse und gründete den Verlag Hours Press: der Moderne verbunden, publizierte sie in kleinen, zum Teil in Handarbeit hergestellten Auflagen erste Texte von T. S. Eliot, Samuel Beckett (das Gedicht "Whoroscope") und Ezra Pound (A Draft of XXX Cantos) sowie Werke von Harold Acton, Richard Aldington, Louis Aragon, Roy Campbell, Norman Douglas, Havelock Ellis, Alvaro Guevara, Robert Graves, Walter Lowenfels, Laura Riding. Auch ihr väterlicher Freund George Moore überließ ihr Texte, und Louis Aragon übersetzte ein langes Gedicht von Lewis Carroll ("The Hunting of the Snark") ins Französische. Für Henry Crowders "Henry Music" veröffentlichte sie eigene Texte und Gedichte von Richard Aldington, Harold Acton, Samuel Beckett und Walter Lowenfels. Bei der bibliophilen Ausstattung der Bücher arbeiteten damals noch unbekannte Künstler wie Man Ray oder Yves Tanguy mit. "Le Puits Carrè" wurde auch zum Treffpunkt ihrer Freunde und Freundinnen: so waren in den Jahren bis zur deutschen Besatzung, während der das Anwesen geplündert und zerstört wurde, u. a. Janet Flanner, Solita Solano, Kay Boyle, Sylvia Townsend Warner, Norman Douglas, Ezra Pound, Ernest Hemingway, James Joyce, Pablo Picasso, Tristan Tzara und Man Ray zu Gast.

Anfang 1930 übersiedelte Nacy Cunard den Verlag nach Paris und fand dafür ein Lokal in der Rue Guénégaud 15, in unmittelbarer Nähe ihrer Freundinnen Adrienne Monnier und Sylvia Beach, denen die bekannten Buchhandlungen "La Maison des Amis des Livres" und "Shakespeare and Company" gehörten. Die Bücher des Verlages - mittlerweile vierundzwanzig Titel - fanden immer größeres Interesse, sie wurden auch in London, in Dorothy Warren’s Gallery, vertrieben und: je professioneller der Verlag wurde, desto mehr schwand Nancy Cunards Interesse daran. Sie übergab der Typografin Wyn Henderson, die ihren Kleinverlag Aquila Press aus wirtschaftlichen Gründen aufgeben musste, die Leitung der Hours Press. Nach Streitigkeiten verkaufte sie schließlich das Lokal samt Einrichtung.

Ein neues Kapitel in Nancy Cunards Leben war die Beziehung zu dem afro-amerikanischen Musiker Henry Crowder. Sie hatte Crowder, der aus einer Arbeiterfamilie in Georgia stammte, 1928 in Venedig kennen gelernt, wo er als Pianist in einer Jazz-Band spielte. Ihre Beziehung begann, als Crowder mit seiner Band in Paris auftrat: sie überredete ihn, in Paris zu bleiben und an seinen eigenen Kompositionen zu arbeiten. Es kam zum öffentlichen Skandal, als sie in aller Öffentlichkeit mit ihm eine gemeinsame Reise nach London und New York machte. Zum endgültigen Bruch mit ihrer Mutter kam es, als Nancy Cunard das zwölfseitige Pamphlet "Black Man and White Ladyship. An Anniversary" veröffentlichte, in dem sie die rassistische Haltung ihrer Mutter und deren Freunde attackierte. Zwischen den beiden Frauen ist es bis zum Schluss - Lady Cunard starb 1948 - zu keiner Versöhnung gekommen; Nancy nahm auch am Begräbnis ihrer Mutter nicht teil.

Nancy Cunard war ihr Leben lang politische Aktivistin, die den Kommunismus befürwortete, da sie darin die Lösung rassistischer Vorurteile und Klassenvorurteile sah. Nach dem Verkauf des Verlages widmete sie sich nun dem bemerkenswerten Projekt einer Kulturgeschichte der Schwarzen: sie recherchierte drei Jahre lang und veröffentlichte schließlich 1934 die Anthologie "Negro", ein tausend Seiten starkes Werk, das nicht nur die Kultur von Schwarzen auf allen Kontinenten dokumentierte sondern auch die sozialen Missverhältnisse anprangerte; nach Erscheinen eher erfolglos, erreichte "Negro" später in zahlreichen Neuauflagen Kult-Status. Das kompromisslose Eintreten Nancy Cunards für die Aufhebung von Klassenschranken und gegen Rassismus führte zu zahlreichen Drohungen und Anfeindungen, unter denen besonders Crowder litt. Auch die Beziehung zwischen Nancy Cunard und Crowder wurde brüchig; nach einem längeren Aufenthalt in den USA, wo er sich mit seiner Frau versöhnte, kehrte Crowder für kurze Zeit nach Paris zurück, um sich endgültig zu trennen.

Und Nancy Cunard stürzte sich in das nächste Abenteuer: als frühe Gegnerin des Faschismus reiste sie 1936 illegal nach Spanien ein, unterstützte die Republikaner und schrieb aus Barcelona Reportagen über den Spanischen Bürgerkrieg für die Associated Negro Press, für die New York Times und den Manchester Guardian. In Madrid befreundete sie sich mit Pablo Neruda, der damals chilenischer Konsul war; er riet ihr, nach Paris zurückzufahren und Stimmen für die Freiheit zu finden: in Réanville aktivierte sie ihre alte Handpresse, druckte Gedichte von Louis Aragon, Tristan Tzara, Pablo Neruda, Whystan Hugh Auden, Stephen Spender u. a.; sie sammelte Texte und veröffentlichte sie gemeinsam mit Edgell Rickword 1937 unter dem Titel "Authors take Sides in the Spanish Civil War". Der Erlös aus den Gedichten und den Statements kam der Not leidenden spanischen Bevölkerung zu Gute. Nancy Cunard investierte nicht nur Geld sondern leistete auch Hilfe als sich der endgültige Sieg Francos abzeichnete: sie überließ ihr Haus in Frankreich spanischen Flüchtlingen.

Nach dem Hitler-Stalin Pakt verließ Nancy Cunard, die fest an den Kommunismus als antifaschistisches Bollwerk geglaubt hatte, enttäuscht Europa, reiste nach Santiago de Chile zu ihrem dorthin zurückgekehrten Freund Neruda, fuhr in die Karibik, wo sie als die Herausgeberin von "Negro" herzlich aufgenommen wurde, wollte aber dann doch zurück nach Europa und kam schließlich - nach einem längeren Zwangsaufenthalt in Ellis Island, da sie mit ihrem britischen Pass nicht in die USA einreisen durfte - im August 1941 wieder in England an.

Sie sammelte wieder Gedichte gegen den Krieg, gab 1944 eine der französischen Resistance gewidmete Anthologie "Poems for France" heraus und schrieb Artikel für diverse Zeitungen. Mit ihrem alten Freund Norman Douglas ertränkte sie die Angst vor den Bomben in Alkohol.

Nach Ende des Krieges kehrte Nancy Cunard nach Frankreich zurück und fand ihr Haus in La Chapelle-Réanville verwüstet vor: von Kollaborateuren des Dorfes und den deutschen Truppen. Alle ihre über Jahre gesammelten Kunstgegenstände - Bilder und Masken - waren zerstört worden, ebenso die Manuskripte und Briefe. Resigniert verkaufte sie "Le Puits Carré" und zog sich schließlich in die Dordogne zurück, wo sie in La Mothe-Fénélon ein einfaches Haus gekauft hatte. Sie wollte weiterhin gegen die Ungerechtigkeiten in der Welt kämpfen, stieß aber in Zeiten des Wiederaufbaus auf wenig Interesse und Verständnis. In den folgenden Jahren widmete sie sich schreibend den Erinnerungen an Menschen, die ihr nahe standen: an ihren alten, bereits 1933 verstorbenen Freund George Moore und an ihren langjährigen Freund Norman Douglas, der Anfang 1952 in Capri gestorben war. Aus einer geplanten Autobiografie wurde nichts, da Nancy Cunard den Spanischen Bürgerkrieg in deren Mittelpunkt stellen wollte, ein Thema, das in dieser Zeit auf kein Interesse stieß und für das sich auch kein Verleger fand.

Nancy Cunards Gesundheitszustand verschlechterte sich zusehends, sie rauchte und trank zu viel, vergaß aufs Essen und magerte ab, zog ruhelos in der Welt herum: sie hatte nichts mehr, wofür sie kämpfen konnte und wusste daher auch nichts mehr mit ihrem Leben anzufangen. 1960 erlitt sie einen Nervenzusammenbruch und wurde für vier Monate in das Holloway Sanatorium außerhalb Londons eingeliefert. Danach kehrte sie wieder nach Frankreich zurück; zum Teil lebte sie in ihrem Haus - wenn jemand zu Besuch war, denn allein konnte sie den Haushalt nicht mehr bewältigen -, zum Teil lebte sie bei Freunden und Freundinnen. Während eines Aufenthalts bei dem Maler Jean Guérin in Antibes brach sie sich Weihnachten 1963 den Oberschenkel und musste operiert werden; noch bevor sie wieder hergestellt war, verließ sie nach einem Streit Guérin, fuhr nach Paris, kam mitten in der Nacht betrunken zu Solita Solano und deren Lebensgefährtin Elizabeth Clarke, beschimpfte die beiden, wurde von ihnen mit einem Taxi zu anderen Freunden geschickt, landete in einer Pension und schließlich im Krankenhaus Cochin, wo sie kurz darauf starb. Nancy Cunards Urne wurde im Kolombarium des Père Lachaise beigesetzt.

 

Nancy Cunard hatte schon als Kind Gedichte geschrieben und sich in ihren Briefen an George Moore im Schreiben von Versen geübt. Eines ihrer ersten Gedichte, "Soldiers Fallen in Battle" wurde im Juni 1916 in das Schulmagazin Etons College Chronicle aufgenommen, das von ihrem Cousin Victor Cunard herausgegeben wurde. Im Dezember 1916 erschien erstmals die von Edith, Osbert und Sacheverell Sitwell gegründete Reihe "Wheels. An Anthology of Verse"; Namengeberin für diese jährlich bis 1921 erschienene Anthologie war Nancy Cunard: ihr Gedicht "Wheels", beginnend mit den Zeilen

I sometimes think that all our thoughts are wheels

Rolling forever through the painted world

Moved by the cunning of a thousand clowns ...

und die Gedichte "The Carnivals of Peace", "Destruction", "Sonnet", "Remorse", "Uneasiness" und "From the Train" erschienen in der ersten Ausgabe, deren Umschlag - eine Frau mit Kinderwagen und Baby - von Edith Sitwells Freundin Phyllis Boyd gestaltet war. Weitere Gedichte wurden in The English Review und in The New Age abgedruckt. 1921 veröffentlichte der Londoner Verlag Elkin Mathews ihre Gedichtesammlung "Outlaws" mit 36 neuen und auch bereits publizierten Gedichten, 1923 erschien die Sammlung "Sublunary", am Frontispiz mit einem Porträt Nancy Cunards nach einer Skizze von Wyndham Lewis.

Mit ihrem fast 600 Zeilen langen Gedicht "Parallax" erreichte Nancy Cunard ihren dichterischen Höhepunkt; obwohl an Eliot erinnernd, ist es ihr eigenständigstes Gedicht: es umspannt zeitlich mehrere Jahreszeiten, örtlich Städte und Landschaften, spricht mit meditativer, ironischer oder exaltierter Stimme und wechselt zwischen freien und gereimten Versen. Im April 1925 erschien es in der Hogarth Press, bis Juli waren 267 Exemplare verkauft und Anfang 1926 die gesamte Auflage (420 Stück). Das Buch wurde von Virginia Woolf mit der Hand gesetzt - zu einem Zeitpunkt, wo sie gerade "Mrs. Dalloway" korrigierte - und auch der Titel scheint von ihr ausgewählt worden zu sein; den Umschlag gestaltete Eugene McCown: eine kräftige Strichzeichnung, die Stadt und Land in verzerrten Perspektiven darstellt.

Nachdem 1930 in Wyn Hendersons Aquila Press das von Elliott Seabrooke gestaltete Bändchen "Poems (Two) 1925" mit den Gedichten "Simultaneous" und "In Provins" erschienen war, konzentrierte sich Nancy Cunards Arbeit auf politische Inhalte: Antirassismus, Antikolonialismus, Antifaschismus.

1931 wurde im Privatdruck ihr Manifest "Black Man and White Ladyship. An Anniversary" veröffentlicht, ein Angriff auf rassistische Einstellungen, die amerikanische Lynchjustiz, die Sklaverei, das Bestehen von Rassenschranken, die Blindheit der Gebildeten und die Scheinheiligkeit einer veralteten Aristokratie, die Angst hat, ihre Macht zu verlieren.

Nach aufwendigen Recherchen erschien beim Londoner Verlag Wishart 1934 das Monumentalwerk "Negro: Anthology made by Nancy Cunard. 1931-1933"; auf fast tausend Seiten, in einem großzügigen Format, mit etwa zweihundert Beiträgen, war es ein Appell gegen Rassenjustiz und Unterdrückung, eine Hymne an die Leistungen der schwarzen Bevölkerung. Unter den BeiträgerInnen befinden sich etwa George Antheil, Louis Armstrong, Samuel Beckett, René Crevel, Henry W. Crowder, Norman Douglas, Theodore Dreiser, Langston Hughes, Zora Neale Hurston, George Padmore, William Plomer, William Carlos Williams und natürlich Nancy Cunard mit einem Beitrag über den Fall der Scottsboro Boys. Auch die Drohungen und hasserfüllten Briefe, die Nancy Cunard während ihrer Arbeit an "Negro" erhielt, sind abgedruckt.

Nach ihrem Aufenthalt in Spanien produzierte Nancy Cunard von Februar bis Juli 1937 gemeinsam mit Pablo Neruda die erste Ausgabe von "Los poetas del mundo defienden al pueblo español" (Die Dichter der Welt verteidigen das spanische Volk), eine zweite von insgesamt sechs Ausgaben erschien im März auf Französisch ("Les poètes du monde défendent le peuple espagnol").

Gemeinsam mit W. H. Auden, Heinrich Mann, Pablo Neruda, Stephen Spender, Tristan Tzara u. a. stellte Nancy Cunard an AutorInnen die Frage, ob sie für oder gegen die Regierung und die Menschen der Spanischen Republik, für oder gegen Franco und den Faschismus sind. Die etwa 150 Stellungnahmen erschienen im Juni 1937 als Broschüre der Londoner Left Review unter dem Titel "Authors Take Sides on the Spanish War". Für die Republik waren u. a. Valentine Ackland, Mulk Raj Anand, Samuel Beckett, Kay Boyle, Lionel Britton, George Buchanan, Margaret Cole, Alastair Crowley, A. J. Cummings, C. Day Lewis, Havelock Ellis, Liam O’Flaherty, Ford Madox Ford, David Garnett, Victor Gollancz, Aldous Huxley, Arthur Koestler, John Lehmann, Rosamond Lehmann, Rose Macaulay, Naomi Mitchison, Raymond Mortimer, Willa Muir, John Middleton Murry, Sean O’Casey, George Padmore, Sylvia Pankhurst, V. S. Pritchett, Herbert Read, Edgell Rickword, Edward Sackville-West, Naomi Royde Smith, John Strachey, Sylvia Townsend Warner, Rebecca West, Antonia White und Leonard Woolf. Neutral blieben u. a. Vera Brittain, Rhys J. Davies, M.P., Norman Douglas, T. S. Eliot, Charles Morgan, Sean O’Faolain, Ezra Pound, W. J. Turner, H. G. Wells, Vita Sackville-West; gegen die Republik waren Arthur Machen, Edmund Blunden, Geoffrey Moss, Eleanor Smith und Evelyn Waugh.

Zu ihren rarsten Publikationen gehört "Psalm of the Palms and Sonnets", Texte die sie während ihrer Karibik Reise schrieb, und die sie mit der Hand druckte: “Psalm for Trinidad”, “‘How Long?’ is not ‘For Ever’”, “Less Than The Slave” and “To Alfred Cruickshank”.

In dem 1942 bei W. H. Allen in London erschienenen Pamphlet "The White Man’s Duty. An Analysis of the Colonial Question in the Light of the Atlantic Charter" analysiert und beantwortet der aus Trinidad stammende Publizist und Vordenker eines Panafrikanismus George Padmore Fragen Nancy Cunards zum Thema.

1944 veröffentlichte "The Grasshopper Press" ein Gedicht Nancy Cunards über den französischen Widerstand in Form eines Folders: "Rélève into Marquis", und Nacy Cunard gab bei "La France Libre" in London den Band "Poems for France. Written by British Poets on France Since War" mit 82 Gedichten und autobiografischen Bemerkungen heraus. Die französische Übersetzung erschien dann 1949 in Paris.

Nach dem Krieg schrieb sie biografische Erinnerungen an zwei Freunde: 1954 erschien bei Secker & Warburg der Band "Grand Man: Memories of Norman Douglas", der Auszüge seiner Briefe und Würdigungen von Harold Acton, Victor Cunard, Charles Duff, Arthur Johnson und Kenneth Macpherson enthielt sowie eine von Cecil Woolf zusammengestellte Bibliographie der Werke. Zwei Jahre später veröffentlichte der Londoner Verlag Rupert Hart-Davis "GM: Memories of George Moore".

Ihre autobiografischen Erinnerungen an die Jahre als Verlegerin "These were the Hours. Memories of My Hours Press, Réanville and Paris, 1928–1931" erschien erst nach ihrem Tod; neben einem Vorwort von Professor Hugh Ford, enthält das Buch auch eine Bibliografie der publizierten Bücher und Abbildungen. Posthum erschienen auch ihre Gedanken an den exzentrischen Freund aus den Zeiten des Eiffel Tower: "Thoughts about Ronald Firbank" (1971).

 

 

In der University of Delaware Library, Special Collections Department (Nancy Cunard and Hugh Ford, Letters to David Garnett 1928–1970, Manuscript Collection Number: 99 F580) befinden sich zwei Briefe von Hugh Ford, welche er im Rahmen seiner Recherchen zu seinem Buch "Nancy Cunard: Brave Poet, Indomitable Rebe" an David Garnett schrieb (1968 und 1970) und sechs Briefe von Cunard an Garnett, vom Beginn ihrer Freundschaft 1928 bis kurz vor ihrem Tod 1965. Die ersten drei Briefe (1928 und 1930) beschreiben ihre literarischen und verlegerischen Aktivitäten in der Hours Press und laden Garnett ein, Werke zur Veröffentlichung einzureichen und einen Beitrag für ihre Anthologie "Negro" zu schreiben. Sie ersucht Garnett auch, ein Exemplar seines Romans "The Sailor's Return" (1925), der von einem gemischtrassigen Paar handelt, Henry Crowder zu widmen. In einem Brief von 1956 äußert sie sich zu Literaturkritik und schreibt auch über George Moore und den Einfluss ihres Verlegers Rupert Hart-Davis auf die im selben Jahr erschienenen "GM: Memories of George Moore". Sie erinnert an das Essen mit Garnett und Crowder und betont, wie wichtig Crowder sowohl persönlich als auch intellektuell für sie ist. In den Briefen von 1964 und 1965 wird ein Besuch bei Garnett erwähnt und über die Auswirkungen von Kranksein nachgedacht. Der Brief von 1964 enthält einen Entwurf für ein Gedicht mit dem Titel "Sonnet on Pain". Der Brief von 1965, geschrieben als sie mit einer gebrochenen Hüfte bettlägerig war, enthält Anspielungen auf einige ihrer (unidentifizierten) Übersetzungen und Gedichte.


Literatur- und Quellenverzeichnis:

J. Howard Woolmer: A Checklist of the Hogarth Press. 1917–1946. Woolmer/Brotherson Ltd., Revere, Pennsylvania 1986

J. H. Willis, Jr.: Leonard and Virginia Wolf as Publishers. The Hogarth Press 1917–1941. University Press of Virginia. Charlottesville and London, 1992

Virginia Woolf: Tagebücher 1, 1915–1919. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990

Virginia Woolf: Tagebücher 2, 1920–1924, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994

Virginia Woolf: Tagebücher 3, 1925–1930, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999

Virginia Woolf: Tagebücher 4, 1931–1935, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003

Unda Hörner: Nancy Cunard. Enfant terrible der Pariser Boheme. edition ebersbach, Berlin 2002

Lorna Sage: The Cambridge Guide to Women’s Writing in English. Cambridge University Press 1999

Michael Holroyd: Carrington. Eine Liebe von Lytton Strachey. Rowohlt Taschenbuch Verlag, Reinbek bei Hamburg, 1995

Lois Gordon: Nancy Cunard: Heiress, Muse, Political Idealist. Columbia University Press, New York / Chichester, West Sussex 2007

Virginia Nicholson: Among the Bohemians. Experiments in Living 1900 - 1939. Penguin Books, London 2003

Susan Brown, Patricia Clements, Isobel Grundy: The Orlando Project. 2006–2017 / Suche: Nancy Cunard / orlando.cambridge.org/public/svPeople?person_id=cunana

Jane Dowson: Modern Women's Poetry 1910–1929. Dissertation an der University of Leicester, 1929: core.ac.uk/download/pdf/42015668.pdf

The Modernist Journals Project: dl.lib.brown.edu/mjp/

Authors take Sides on the Spanish War. pdf /Ebert Stiftung

Iris Tree: www.modjourn.org/bio_browse.php?letter=T (10.10.2012)

www.nytimes.com/2007/03/29/arts/29iht-IDSIDE31.1.5071488.html

www.theguardian.com/fashion/2011/nov/16/nancy-cunard-gucci

openlibrary.org

Nevill Holt Hall in Leicester war der Geburtsort von Nancy Cunard; ihre Eltern Lady Emerald Maud Cunard (1872–1948) und Sir Bache Edward Cunard (1851–1925) lebten bis 1911 in dem aus dem 13. Jahrhundert stammenden Schloss. Der Schriftsteller George Moore (1873–1968) - oben rechts -, enger Freund ihrer Mutter und angeblich auch Nancys Vater, war seit ihrer Kindheit eine wichtige Bezugsperson und blieb ihr ein Leben lang verbunden.

Nancy Cunard (links), Iris Tree (Mitte) und Diana Manners (rechts) gehörten zur Gruppe "Corrupt Coterie", deren  Stammlokal das Restaurant "Eiffel Tower" in der Londoner Percy Street war; Nancy widmete dem Lokal ihr Gedicht "To the Eiffel Tower Restaurant":

I think the Tower shall go up to heaven

One night in a flame of fire, about eleven.

I always saw our carnal-spiritual home.

Blazing upon the sky sym bolically. . .

If ever we go to heaven in a troop

The Tower must be our ladder,

Vertically

Climbing the ether with its swaying group.

God will delight to greet this embassy

Wherein is found no lack

Of wits and glamour, strong wines, new foods, fine looks,

strange-sounding languages o f diverse men -

Stulik should lead the pack

Unitil its great disintegration, when

God sets us deftly in a new Zodiac.

Ezra Pound / T. S. Eliot / Wyndham Lewis

Louis Aragon (Foto von Man Ray) / Tristan Tzara (Porträt von Robert Delaunay) / Janet Flanner

Sylvia Beach / Adrienne Monnier / Solita Solano

Nancy Cunard druckte die Bücher der Hours Press in der klassischen Schrifttype "Caslon Old Face".

Henry Crowder (Foto Man Ray) umarmt von Nancys bereiften Armen, 1930 / Nancy Cunard 1928 / Crowders Erinnerungen an ihre Beziehung: "As Wonderful As All That?", Wild Tree Press 1987


2017 erschien bei LibriVox die 1916 erschienene erste Ausgabe von "Wheels. An Anthology of Verse" als Audiobook.



Michael Arlett verarbeitete in seinem Roman "The Green Hat" eine für Nancy Cunard sehr schwierige Zeit; der Roman wurde 1928 mit Greta Garbo und John Gilbert in den Hauptrollen verfilmt ("A Woman of Affairs"), wobei der gesellschaftspolitische Anspruch des Buches verloren ging. In Huxleys Romanen "Antic Hay" ist Nancy Cunard Vorbild für Myra Viveash und in "Point Counter Point" für Lucy Tantamount.


Nancy Cunard - Veröffentlichungen (Auswahl):

Sieben Gedichte in: Wheels: An Anthology of Verse. B. H. Blackwell, Oxford / Longmans, Green & Co., New York 1916

Outlaws. Elkin Mathews, London 1921

Sublunary. Hodder amd Stoughton, London 1923

Parallax. Hogarth Press, London 1925

"Equitorial Way. Memory Blues". In: Henry Crowder: Henry Music. With Poems by Richard Aldington, Harols Acton, Nancy Cunard, Walter Lowenfells, Samuel Becket. Hours Press, Paris 1930

Poems (two) 1925. Aquila Press, London 1930

Black Man and White Ladyship. An Anniversary. Privately Printed, A. Bordato, Toulon 1931

Negro. Anthology made by Nancy Cunard. 1931–1933. Wishart & Co., London 1934

Authors Take Side on the Spanish War. Ed. Nancy Cunard, W. H Auden, Aldous Huxley, Samuel Beckett, T S Eliot, Ezra Pound. Left Review, London 1937

Poets of the World Defend the Spanish People. Compiled by Nancy Cunard and Pablo Neruda. Hours Press, Spain 1937

Psalm of the Palms and Sonnets. Hand Printed by Nancy Cunard, La Habana, Havana 1941

The White Man's Duty. An Analysis of the Colonial Question in the Light of the Atlantic Charter. W. H. Allen, London 1942

Poems for France. Written by British Poets on France Since the War. Edited by Nancy Cunard. La France Libre, London 1944

Relève into Maquis. Grasshopper Press, Derby 1944

Nous gens d'Espagne, 1945–1949. Imprint Labau, Perpignan, Italy 1949

Grand Man. Memories of Norman Douglas. Secker and Warburg, London 1954

GM. Memories of George Moore. Rupert Hart-Davis, London 1956

These Were the Hours. Memories of My Hours Press, Rèanville and Paris. 1928–1931. Introduction by Hugh Ford. Southern Illinois University Press, Carbondale, Ill. 1969

Thoughts about Ronald Firbank. Foreword by Miriam J. Benkovitz. Albondocani Press, New York 1971

Essays on Race and Empire. Ed. by Maureen Moynagh. Broadview Literary Texts. Broadview, Peterbourough, On. and Orchard Park, NY 2002

Poems. From the Bodleian Library. Trent Editions, Nottingham 2005

 

Veröffentlichungen über Nancy Cunard (Auswahl):

Hugh Ford (Ed.): Nancy Cunard. Brave Poet, Indomitable Rebel 1896–1965. Chilton, Philadelphia, London 1968

Daphne Fielding: Emerald and Nancy. Lady Cunard and her Daughter. TBS The Book Service Ltd., 1968

Anne Chisholm: Nancy Cunard, Penguin, Harmondsworth 1979

Unda Hörner: Nancy Cunard. Enfant terrible der Pariser Boheme. edition ebersbach, Berlin 2002

Lois Gordon: Nancy Cunard: Heiress, Muse, Political Idealist. Columbia University Press, New York / Chichester, West Sussex 2007

Bildnachweis:

Postkarte Cunard Line: commons.wikimedia.org

Laconia 1921: de.m.wikipedia.org/wiki/Datei:RMS_Laconia.jpg

Nevill Holt Hall: commons.wikimedia.org/wiki/File:Nevill_Holt_Hall_-_geograph.org.uk_-_232481.jpg

Bache Edward Cunard: de.findagrave.com/memorial/58208016/bache-edward-cunard

Emerald Maud Cunard: commons.wikimedia.org/wiki/File:Lady_Cunard_01.JPG

George Moore: commons.wikimedia.org/wiki/File:George_Moore_-_Project_Gutenberg_eText_19028.jpg

Iris Tree: commons.wikimedia.org/wiki/File:Iris_tree_1.jpg

Diana Manners um 1920: www.flickr.com/photos/library_of_congress/46903738195

Nancy Cunard: by Man Ray 1926, commons.wikimedia.org/wiki/File:Nancy-cunard-locjpg.jpg

Ezra Pound: de.wikipedia.org/wiki/Ezra_Pound#/media/File:Ezra_Pound_2.jpg

T. S. Eliot: http://culturmag.de/litmag/zum-120-geburtstag-von-t-s-eliot/1411

Wyndham Lewis: www.npg.org.uk/collections/search/use-this-image.php?mkey=mw124053

Louis Aragon: gayinfluence.blogspot.co.at/2012/01/louis-aragon.html

Tristan Tzara: commons.wikimedia.org/wiki/File:Retrato_de_Tristan_Tzara_(Robert_Delaunay).jpg

Janet Flanner: commons.wikimedia.org/wiki/File:Janet_Flanner.jpg

Solita Solano by Berenice Abbott um 1920: commons.wikimedia.org/wiki/File:Solita_Solano.jpg

Hours Press: fpba.com/blog/?cat=320

Hours Press Logo: rbsc.princeton.edu/topics/hours-press

Nancy Cunard an der Druckerpresse: anothermag.com/fashion-beauty/9295/how-poet-and-socialite-nancy-cunard-changed-publishing-forever

Adrienne Monnier: alchetron.com/Adrienne-Monnier

Sylvia Beach: publishingtrendsetter.com/wp-content/uploads/2012/12/tumblr_mc3o3fXcB51rwl0c9o1_500.jpg

Nancy Cunard um 1928: commons.wikimedia.org/wiki/File:Nancy_Cunard_(um_1928).jpg

Henry Crowder: mondo-blogo.blogspot.co.at/2011/11/man-ray-portraits-kill-me.html