MARY HUTCHINSON

29. März 1889 – 17. April 1977

 

Schriftstellerin, Kunstmäzenin

 

Mary Barnes Hutchinson war die Tochter von Winifred Strachey Barnes, einer Cousine von Lytton Strachey, und Sir Hugh Barnes, einem Verwaltungsbeamten in Indien. Sie verbrachte ihre ersten Jahre in Indien und wurde nach dem frühen Tod ihrer Mutter - Mary war drei Jahre alt - gemeinsam mit ihrem Bruder James zu ihren Großeltern mütterlicherseits nach Florenz geschickt, wo ihr Großvater Sir John Strachey nach seiner Pensionierung Kunststudien betrieb; danach besuchte sie eine Grundschule mit Internat in England und wurde in den Schulferien von ihren Großeltern beaufsichtigt. Von ihrem engen Vertrauten Lytton Strachey - der sie einmal als die einzige mitfühlende Person in England bezeichnete - und seinem Freund Duncan Grant wurde Mary Hutchinson in den Bloomsbury Kreis eingeführt. Zuerst schüchtern und eher schweigsam in der Gruppe, von Virginia Woolf kritisch betrachtet - "ein bemitleidenswerter Halbmond von einer Frau, ... Sie scheint immer so zerstört & unterwürfig" / "sie war stumm ... wie eine Forelle - ich sage Forelle wegen ihres gepunkteten Kleides" / "so exquisit gekleidet, dass Zweifel an ihrer Nettigkeit auftreten", - übernahm sie schnell den Geist von Bloomsbury.

1910 heiratete sie St. John Hutchinson (1884–1942), Rechtsanwalt, Liberaler, späterer Kronanwalt und Kurator der Tate Gallery, mit dem sie zwei Kinder hatte: Barbara, geboren 1911, besuchte die Internatsschule Hayes Court bei Bromley, heiratete 1933 den Zoologen Victor Rothschild und konvertierte zum orthodoxen Judentum; Jeremy, geboren 1915, heiratete in erster Ehe Peggy Ashcroft, war Rechtsanwalt und späterer Lord Hutchinson of Lullington, Mitglied des Oberhauses.

Die Ehe stärkte Mary Hutchinsons Selbstbewusstsein, machte sie gesprächiger, und sie entwickelte sich zu einer großzügigen, geistreichen Gastgeberin und Gönnerin. Das gesellschaftliche Leben des Ehepaares spielte sich sowohl in der gehobenen Gesellschaft ab als auch in Kunst- und Literaturkreisen, wie dem Bloomsbury-Kreis und der Gruppe um die Geschwister Sitwell, wobei sie sowohl zur Avantgarde (Mark Gertler, Katherine Mansfield u. a.) als auch zur älteren Generation und hier besonders zu George Moore, den Malern Henry Tonks und Philip Wilson Steer, die sie sehr verehrten, und deren Freunden im New English Art Club Kontakt hatten.

Vor dem Ersten Weltkrieg bewohnten die Hutchinsons "River House" am Ufer der Themse in London / Hammersmith und als Sussex-Wohnsitz "Eleanor Farmhouse" am Chichester Kanal bei West Wittering. Sowohl in "River House" als auch in ihrem nächsten Wohnsitz, der jetzigen 3 Prince Albert Road am Regent’s Park, wohin sie Ende 1924 übersiedelten, dekorierten Vanessa Bell und Duncan Grant einzelne Wände, Vanessa Bell gestaltete ein Betthaupt für Mary Hutchinson; dies führte zu einer Missstimmung mit Roger Fry, da dieser es für illoyal hielt, dass die Aufträge nicht über die Omega Workshops liefen. Ihr 1918 gemietetes Landhaus "Glottenham" bei Robertsbridge in Sussex war ebenso wie "Eleanor Farmhouse" ein Rückzugsgebiet für Lytton Stachey und seine Freunde. Nachdem Duncan Grant und Vanessa Bell mit anderen Bloomsburies den Frühling 1915 in "Eleanor House" verbracht hatten, malte Grant in seinem Stilleben "Still Life, Lime Juice" (1915) ein Bild im Bild, das als Vanessa Bells Bild "By the Estuary" identifiziert wurde, in dem ein Nebengebäude von "Eleanor House" abgebildet ist.

Clive Bell verliebte sich 1914/1915 in Mary Hutchinson - laut Quentin Bell war sie die wichtigste Person in seinem Leben - und es entwickelte sich eine über viele Jahre andauernde Beziehung, die von ihrem Ehemann geduldet wurde. Die scheinbare Toleranz von St. John Hutchinson hielt sich aber in Grenzen: als Katherine Mansfield eine Referenz für die Anmietung einer Wohnung brauchte, verweigerte er diese, da sie in wilder Ehe lebte. Die Beziehung zu Clive Bell und die damit einhergehenden zahlreichen Treffen mit Virginia Woolf und Vanessa Bell führten zu spannungsgeladenen Situationen: einerseits stand ihr Virginia Woolf zwiespältig gegenüber (Eifersucht wegen Clive Bell, wegen ihrer eleganten Kleidung und nicht zuletzt wegen Vita Sackville-West, mit der Mary Hutchinson Mitte 1927 eine Nacht verbracht hatte / Antipathie, weil Mary Hutchinson Woolfs Schreiben nicht hoch genug schätzte), andererseits fürchtete Clive Bell, die beiden Schwestern könnten Mary Hutchinson gegen ihn beeinflussen. Virginia Woolf bezeichnete sie u. a. als Clives verräucherte Flamme, als goldenes Nichts und angeblich auch als Langweilerin, dann aber auch wieder als Mensch mit Feingefühl und Verständnis, mit aufrichtiger Zuneigung zu Clive Bell. Auf den Punkt gebracht hat es wohl Leonard Woolf: Nachdem Virginia Woolf einmal zu ihm sagte, Mary Hutchinson sei einer der wenigen Menschen, den sie nicht mag, meinte er: "Nein, ... einer der vielen, die du abwechselnd magst & nicht magst." Unstimmigkeiten entstanden aber auch, weil Mary Hutchinson eine Abneigung gegenüber Lydia Lopovka, der Freundin und späteren Frau von John Maynard Keynes hatte, was zu einer Entfremdung zwischen den alten Freunden Bell und Keynes beitrug. Anfang 1927 kam es zu einer Krise in der Beziehung, da Mary Hutchinson sich in jemand anderen verliebt hatte - Virginia Woolf vermutete einen Lord Ivor oder Lord A. -, aber auch Virginia Woolf beschuldigte, zur Entfremdung zwischen ihr und Clive Bell beigetragen zu haben. Clive Bell wollte daraufhin theatralisch England verlassen, bekam Depressionen und drohte sogar mit Selbstmord - hatte allerdings bald darauf neue Affären und dann auch wieder Kontakt mit Mary Hutchinson. Ende 1927 endete die Beziehung mit Clive Bell.

Zwischen Virginia Woolf und Mary Hutchinson hatte sich eine teils erotische Freundschaft entwickelt, in der Mary "Poll", "Splitter" und "Wiesel" genannt wurde, ein Flirt, der sich in spielerischen Briefen ausdrückte, und in einem gewissen Vertrauen Virginia Woolfs, die sich von Mary in Modedingen beraten ließ.

Das Ehepaar Woolf war in den folgenden Jahren, oft auch gemeinsam mit T. S. Eliot, zu Gast bei den Hutchinsons, besuchten mehrmals nach dem Abendessen - des Nachts - den nahe liegenden Zoo - und Virginia Woolf nahm Mary als Inspiration für die Gesellschaftsdame Jinny in den 1931 erschienenen "Wellen".

Wie es scheint, hatte Mary Hutchinson eine länger dauernde Beziehung sowohl mit Aldous als auch mit Marie Huxley, von der aber weder ihr Mann noch die Bloomsburies wussten und die sie vor der Gruppe zu verbergen suchte. Sie war auch eng mit Vivienne und T. S. Eliot befreundet, half beiden bei ihrer Scheidung und stand Vivienne zur Seite als sich ihr Geisteszustand verschlechterte. Eliot schätzte ihre Intelligenz, bewunderte, mit welch Selbstbewusstsein sie sich in den verschiedenen Gesellschaftskreisen bewegte und legte Wert auf ihre Meinung über seine Arbeiten.

Eine weitere Liebe von Mary Hutchinson blieb ein Geheimnis: Lytton Strachey, der 1932 starb, wußte davon und auch Dora Carrington, die den Namen allerdings für sich behielt.

Mary Hutchinson war Zeit ihres Lebens und bis ins hohe Alter an Entwicklungen und neuen Ausdrucksformen der Kunst interessiert und hatte einen außerordentlich guten Geschmack und ein besonderes Gespür für Kunst; durch Ankäufe förderte sie gemeinsam mit ihrem Mann und Roger Fry u. a. KünstlerInnen wie Mark Gertler, Edward McKnight Kauffer, Duncan Grant, Vanessa Bell, Henri Laurens, Andre Derain und vor allem Henri Matisse. Sie war eine der ersten, die sich von Matisse porträtieren ließ (1917), Vanessa Bell malte Porträts von ihr, Henry Tonks verewigte sie in seinem Gemälde "Mrs. St. John Hutchinson on the Beach", Boris Anrep in einem Mosaik in der Tate Gallery als Erato, Muse der Liebesdichtung der Lyrik. Unter dem Einfluss von Clive Bell erweiterte sich ihr Kunstgeschmack, sie unterstütze die Omega Workshops, subskribierte die ersten Veröffentlichungen der Hogarth Press, war eine frühe Anhängerin und Förderin von Samuel Beckett, trat für die Royal Shakespeare Company ein und sponserte im Alter die neue Kunst- und Literaturzeitschrift der Avantgarde, die Vierteljahreszeitschrift "X".

Ihre Aufzeichnungen, Briefe von FreundInnen - darunter über 1400 Briefe von Clive Bell - sind im Mary Hutchinson-Archiv, Harry Ransom Humanities Research Center, University of Texas, Austin aufbewahrt, Briefe an Clive und Vanessa Bell, an Noel Gilroy Annan u. a sind im King's College Archive Centre, Cambridge zu finden, ebenso Briefe ihrer Kinder Barbara und Jeremy.

 

Umgeben von Schriftstellern, überrascht es nicht, dass Mary Hutchinson zu schreiben begann; so publizierte sie z. B. im Dezember 1917 in der von Harriet Weaver und Dora Marsden herausgegeben Zeitschrift The Egoist die Kurzgeschichte "War" und 1923 in Nation and Athenaeum einen sehr lebendigen Artikel über die Lust des Einkaufens: in "Streets to Shop" erklärte sie die Bond Street zur elegantesten Durchzugsstraße der Welt und gab den Rat, die Straßen Londons - einer Stadt, die sich immer wieder veränderte - langsam zu erkunden; der Essay endete mit der "schönsten Straße Londons", der Tottenham Court Road, einer Straße, die alles bot - Geschäfte, Theater, Nachtclubs, Restaurants - und in deren Nähe das British Museum war und Bloomsbury. Zur selben Zeit arbeitete Virginia Woolf an ihrem Text "Mrs. Dalloway", der zwei Jahre später erschien und in dem sie ihre Hauptfigur durch die Bond Street gehen lässt.

Mary Hutchinson war eine sehr modebewusste und -interessierte Frau und wahrscheinlich die einzige im Bloomsbury-Kreis, die darauf Wert legte; sie vertrat auch in ihren Essays die Meinung, dass Mode im Leben einer Frau sehr wichtig sei und dass Schönheit und Intelligenz durchaus miteinander vereinbar sind. Einer ihrer Lieblingsdesigner war Charles James, der u. a. mit seiner "Taxi Dress" Aufsehen erregte: eine Art Wickelkleid mit Reißverschluss, das man jederzeit leicht in einem Auto wechseln konnte. Als eine der ersten trug Mary dieses Kleid und beschreibt es Virginia Woolf als "symetrisch, diabolisch, geometrisch perfekt". Sie sah in den Entwürfen von Charles James eine Mode, die Frauen aufregend und außergewöhnlich machten. Als Matisse 1936 ein Porträt von ihr zeichnete, bestand er darauf, dass sie eine Bluse von James anhatte.

Zwischen 1923 und 1926 veröffentlichte sie in der britischen Ausgabe von Vogue unter dem Pseudonym Polly Flinders - "the witty lady of fashion" (Vogue, Late October 1924) - eine Reihe von Beiträgen zu verschiedenen Themen: so trat sie in "A Plea for Renaissance" dafür ein, dass Traditionen nicht als Feinde des Fortschritts angesehen werden sollten, sondern als Inspiration für Kreativität und Weiterentwicklung verwendet werden können; ein Beitrag beschäftigte sich mit der Malerin und Lyrikerin Marie Laurencin, weitere mit den Träumen junger Mädchen oder mit der Rolle, die Mode im Leben von Frauen spielen kann.

Im Juni 1927 veröffentlichte Mary Hutchinson ihre Kurzgeschichten und Essays als "Fugitive Pieces" in der Hogarth Press. Sie selbst bezeichnete nur einen Text als Kurzgeschichte, die anderen nennt sie "Shuttlecocks" (Federbälle) und "Weathercocks" (Wetterfahnen). Vor der Drucklegung waren noch einige Unstimmigkeiten mit Virginia Woolf - die von den Texten nicht viel hielt - und dem Verlag zu bewältigen, da Mary Hutchinson immer wieder kleine Änderungen vornehmen wollte bzw. diese dann wieder zurückzog.

Mary Hutchinson beschäftigte sich auch mit dem Gedanken, eine anspruchsvolle Biografie zu schreiben und holte sich bei Virginia Woolf Rat, ob und wie man unzusammenhängende Skizzen zusammenfügen könnte. Außerdem schrieb sie eine Reihe von biografischen Skizzen (Aldous Huxley, Charles James, George Moore, Henry Morris, Lytton Strachey, T. S. Eliot, Virginia Woolf, Bemerkungen zu Samuel Becket), einen einleitenden Essay zu Joseph Hones "The Life of Henry Tonks" (Heinemann 1939) und verfasste Notizen zu Reisen und über kulturelle Ereignisse (z. B. griechische Kunst in Cambridge oder über das Erscheinen der Vierteljahreszeitschrift "X").


Literatur- und Quellenverzeichnis:

J. Howard Woolmer: A Checklist of the Hogarth Press. 1917–1946. Woolmer/Brotherson Ltd., Revere, Pennsylvania 1986

Virginia Woolf: Tagebücher 1, 1915–1919. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1990

Virginia Woolf: Tagebücher 2, 1920–1924, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1994

Virginia Woolf: Tagebücher 3, 1925–1930, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999

Virginia Woolf: Tagebücher 4, 1931–1935, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2003

Virginia Woolf: Tagebücher 5, 1936–1941, S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2008

Virginia Woolf: Briefe 1. 1888–1927. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 2006

Jürgen Klein: Virginia Woolf. Genie - Tragik - Emanzipation. Wilhelm Heyne Verlag, München 1992

Hermione Lee: Virginia Woolf. Ein Leben. S. Fischer Verlag, Frankfurt am Main 1999

Peter Ackroyd: T. S. Eliot. Eine Biographie. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main 1988

Valerie Eliot (Hg.): T. S. Eliot. Briefe 1898-1922. 2 Bände. Suhrkamp Verlag, Frankfurt am Main, 1996

Alan & Veronica Palmer: Who’s Who in Bloomsbury. The Harvester Press, Brighton 1987

Pamela Todd: Die Welt von Bloomsbury. Auf den Spuren von Virginia Woolf und ihren Freunden. Nicolai, Berlin 1999

Claire Tomalin: Katherine Mansfield. Eine Lebensgeschichte. Insel Verlag, Frankfurt am Main 1990

Bryony Randall / Jane Goldman (Ed.): Virginia Woolf in Context. Cambridge University Press 2012

David Bradshaw: Review of Virginia Woolfs "Mrs. Dalloway". In: The Review of English Studies, New Series, Vol. 49, No. 196. Oxford University Press 1998 (Internet)

Nicholas Murray: Aldous Huxley. Hachette, 2009

Amanda Juliet Carrod: "A Plea for a Renaissance": Dorothy Todd's Modernist Experiment in British Vogue, 1922–1926. Diss. June 2015, Keel University (PDF)

Harold Koda / Jan Glier Reeder: Charles James. Beyond Fashion. Metropolitan Museum of Art, 2014

legacy.lib.utexas.edu/taro/uthrc/00059/hrc-00059.html#series1

www.modernistarchives.com/work/fugitive-pieces


Helga Kaschl: Frauen in Virginia Woolfs Hogarth Press. Verlag Autonomie und Chaos, Berlin 2022

Im Berliner Verlag Autonomie und Chaos erschien im Juli 2022 eine Online-Ausgabe von "Frauen in Virginia Woolfs Hogarth Press" mit zusätzlichen illustrierenden Hintergrundtexten


autonomie-und-chaos.de/die-buecher/helga-kaschl-frauen-in-virginia-woolfs-hogarth-press


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Das Buch kann kostenlos gespeichert und bei Bedarf ausgedruckt werden (448 Seiten, Format A4).

 

links: Mary Hutchinson 1915 in West Wittering / rechts: mit Clive Bell

links: Mary Hutchinson porträtiert 1915 von Vanessa Bell

rechts: Porträtzeichnung von Henry Matisse

Vanessa Bell gestaltete 1916 für Mary Hutchinson das Betthaupt "Nude with poppies"

1929 entwarf Mary Hutchinson Lieblingsdesigner James Charles eine Art Wickelkleid, "Taxi Dress" genannt, das man schnell und leicht an allen möglichen Orten, wie etwa in einem Auto, wechseln konnte.

Zwischen 1923 und 1926 veröffentlichte Mary Hutchinson unter dem Pseudonym Polly Flinders acht Beiträge in der britischen Ausgabe von Vogue. Die Zeitschrift wurde in dieser Zeit von Dorothy Todd herausgegeben, die es schaffte, aus dem Modejournal ein Magazin für Mode, Design, moderne Literatur und Kunst zu machen und eine Reihe von bekannten Namen als BeiträgerInnen zu gewinnen: so veröffentlichten darin u. a. Richard Aldington, Clive Bell, Stella Benson, Francis Birrell, Roger Fry, David Garnett, Duncan Grant, Aldous Huxley, Mary MacCarthy, Ottoline Morrell, Raymond Mortimer, Edwin Muir, Man Ray, Dorothy Richardson, Bertrand Russell, George Rylands, Vita Sackville-West, Edith Sitwell, Viola Tree, Virginia und Leonard Woolf.

Das Literaturmagazin The Egoist erschien zwischen 1914 und 1919 und gehörte zum wichtigsten Sprachrohr der Moderne. Unter den Herausgeberinnen Harriet Shaw Weaver und Dora Marsden und MitarbeiterInnen wie Richard Aldington,  Hilda Doolittle oder T. S Eliot erschienen Texte von D. H. Lawrence, James Joyce und vielen anderen zeitgenössischen AutorInnen; Mary Hutchinsons Erzählung "War" wurde im Dezember 1917 veröffentlicht.

Im Juni 1927 erschien "Fugitive Pieces " in der Hogarth Press. Das Buch hatte einen goldbedruckten, roten Leineneinband und einen blassblauen Schutzumschlag, der schwarz bedruckt war. Bald nach Erscheinen jammerte Virginia Woolf über die Herstellungskosten des Buches (100 Pfund) und den voraussehbaren Verlust. Von den 1.000 gedruckten Exemplaren wurde die Hälfte verkauft, einen Folgeband gab es nicht, obwohl auf der letzten Seite des Bandes "To be continued" stand.


Mary Hutchinson / Polly Flinders- Veröffentlichungen (Auswahl):

Mary Hutchinson:

"War". In: The Egoist, ed. by Harriet Shaw Weaver and T. S. Eliot, No. 11, Vol IV, London, December 1917

Fugitive Pieces. Hogarth Press, London 1927

Polly Flinders:

"Streets to Shop". In: Nation and Athenaeum, 34, No.13, 29 Dec 1923

"A Quoi Revent Les Jeunes Filles". In: Vogue, London, Late December 1923

"Pianos". In: Vogue, London, Late January 1924

"Femininities". In: Vogue, London, Early August 1924

"La Belle France". In: Vogue, London, Late October 1924

"Marie Laurencin". In: Vogue, London , Late January 1925

"A Plea for a Renaissance". In: Vogue, London, Late April 1925

"The River of Maidenhead". In: Vogue, London, Late July 1925

"Fireworks". In: Vogue, London, Early January 1926


Bildnachweis:

1915 Mary Hutchinson 1915 in West Wittering: © Tate Archive, 2003 / www3.tate.org.uk/research/researchservices/archive/showcase/item.jsp?view=detail&item=40

Mary Hutchinson mit Clive Bell:

spartacus-educational.com/JbellC.htm

Mary Hutchinson, Porträt 1915 von Vanessa Bell:

upload.wikimedia.org/wikipedia/commons/d/de/Mrs-st-john-hutchinson-1915.jpg

Mary Hutchinson, Porträtzeichnung von Henri Matisse:

www.artbohemia.cz/en/prints/16588-madame-mary-hutchinson-1937-.html

Betthaupt "Nude with poppies":

artuk.org/discover/artworks/nude-with-poppies-64519

Taxi Dress Foto:

/www.nytimes.com/2014/05/01/arts/design/the-dresses-of-charles-james-at-the-met.html?_r=0#slideshow/100000002854928/100000002854939

Taxi Dress Skizze:

Harold Koda / Jan Glier Reeder: Charles James. Beyond Fashion. Metropolitan Museum of Art, 2014